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Wer wir sind...

Hintergrund und Geschichte von EIRENE

EIRENE ist griechisch und heißt Frieden. EIRENE ist ein ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst, der in Deutschland als gemeinnütziger Verein, als Träger des Entwicklungsdienstes, des FSJ sowie des IJFD anerkannt ist.

1957 wurde EIRENE von Christen verschiedener Konfessionen gegründet, die sich der Idee der Gewaltfreiheit verpflichtet fühlten und ein Zeichen gegen die Wiederaufrüstung und für das friedliche Zusammenleben setzen wollten. Zu den Gründern gehören die historischen Friedenskirchen der Mennoniten und der Church of the Brethren ("Brüderkirche"), die noch heute unter anderem mit dem Internationalen Versöhnungsbund, der EIRENE-Stiftung und dem Niederländischen EIRENE-Zweig zu den institutionellen Mitgliedern von EIRENE zählen. Zudem ist es auch Privatpersonen, die sich mit EIRENE verbunden fühlen und die die Arbeit von EIRENE auf verschiedene Weise unterstützen möchten, möglich, im Verein Mitglied zu werden.

Unsere Programme und Arbeitsbereiche:

  • Freiwilligendienst weltweit: Über 100 junge und ältere Menschen unterstützt EIRENE jährlich, um sich in lokalen Partnerorganisationen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu engagieren, auch im Rahmen des „weltwärts“-Programms.

  • Gewaltfreie Konfliktlösung weltweit: EIRENE-Fachkräfte des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) helfen in Afrika und Lateinamerika, Konflikte friedlich zu lösen.

  • Hilfe zur Selbsthilfe: Entwicklungshelfer von EIRENE unterstützen lokale Partnerorganisationen in Afrika und Lateinamerika, um nachhaltige, angepasste Entwicklung zu fördern.

  • Inlandsarbeit und Förderung des ehrenamtlichen Engagements

Die Internationale Geschäftsstelle

In der Internationalen Geschäftsstelle in Neuwied am Rhein arbeiten 21 hauptamtliche MitarbeiterInnen. Förderung erhält EIRENE von der Evangelischen Kirche in Deutschland, von Bundesministerien, der Europäischen Kommission und anderen Geldgebern. Etwa ein Viertel des Gesamthaushaltes in Höhe von 5,6 Mio. Euro (Stand 2010) wird durch Spenden getragen.

Einsatzregionen

Derzeit arbeiten EntwicklungshelferInnen in Marokko, Uganda und Mali, im Niger, in der Region der Großen Seen sowie in den lateinamerikanischen Ländern Nicaragua, Costa Rica und Bolivien.

Ein Freiwilligendienst mit EIRENE ist zum einen im Nord- und Ostprogramm möglich, in den USA, in Kanada, Nordirland, Irland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden, in Rumänien, Serbien und Bosnien sowie im Südprogramm in den Ländern Uganda, Marokko, im Niger, in Nicaragua, Costa Rica und Bolivien.

Aufgaben und Ziele

Gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, den USA und Europa engagieren sich EIRENE-Freiwillige und Fachkräfte weltweit für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.

EIRENE unterstützt nachhaltige Entwicklungsprojekte und Programme der zivilen Konfliktbearbeitung in Afrika und Lateinamerika mit Personal und begleitender finanzieller Unterstützung. Menschenrechtsinitiativen, Selbsthilfegruppen und ländliche Entwicklungsprojekte stehen im Zentrum unserer Arbeit. Die Beratung durch EntwicklungshelferInnen ist zentraler Bestandteil unseres Engagements.

EIRENE ist auch eine der offiziellen Entsendeorganisationen des Freiwilligenprogramms „weltwärts“ des BMZ.

Zudem hat für uns die Inlandsarbeit eine hohe Bedeutung, denn wer sich für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einsetzt, darf hier im „Norden“ bzw. in den Industrieländern nicht schweigen. Deswegen fördern wir auch entwicklungspolitisches Engagement und ehrenamtliche Arbeit hier in Deutschland.

Das Spezifische an EIRENE:

  • Reduziertes Einheitsgehalt

  • Konsensprinzip in der Entscheidungsfindung

  • Verbindung von Kontemplation und Aktion, auch im Büroalltag

Wir sind der festen Überzeugung, dass ohne die Umkehr vieler Menschen im persönlichen Lebensstil die notwendigen strukturellen Änderungen politisch nicht erreicht werden können.Die EIRENE-Mitbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle von Neuwied haben sich deshalb entschlossen, ihre Löhne einheitlich zu begrenzen, als Zeichen der Bereitschaft zum Teilen und als Zeichen der Glaubwürdigkeit gegenüber unseren Partnern in der südlichen Erdhälfte. Alle Mitarbeiterinnen erhalten ein Gehalt angelehnt an TVöD Entgeldgruppe 9 mit Sonderregelungen für Familien, um soziale Härten auszugleichen. Diese einheitliche und selbstbestimmte Gehaltsbegrenzung soll auch dokumentieren, dass Lebensqualität nicht allein durch materielle Werte definiert wird.

So gilt in unserer Arbeitsstruktur das Konsensprinzip: Auch Minderheitenvoten werden bei der Entscheidungsfindung ernst genommen. Solidarisches Miteinander und gegenseitige Offenheit kennzeichnen die Arbeitsatmosphäre.

Engagement wächst aus innerer Kraft. Deshalb besteht im Büroalltag und bei EIRENE-Treffen das Angebot, gemeinsam zu meditieren oder zu beten, ohne dass jemand dabei vereinnahmt wird. Auch Nichtchristen sind bei uns willkommen.

Weitere Informationen zu unserem Selbstverständnis finden sich im Grundsatzpapier "Quo Vadis, EIRENE?".

Nach über 50 Jahren Entwicklungs- und Friedensdiensten bleibt nüchtern festzustellen: Trotz teilweise immenser personeller wie finanzieller Anstrengungen klafft die Schere zwischen Arm und Reich in Nord und Süd immer weiter auseinander. Nach Jahrzehnten, in denen versucht wurde, den Süden zu ,,entwickeln", liegt es auf der Hand, dass menschenwürdige Lebensbedingungen für die Mehrheit der Menschen auf der Erde erst dann möglich werden, wenn grundlegende Veränderungen bei uns in den Industrieländern erfolgen. Voraussetzungen für solche notwendigen Veränderungen sind nach unserem Verständnis:

  • die Abkehr vom rein wachstumsorientierten Denken;

  • die Wende hin zu einem einfacheren, ökologischen Lebensstil;

  • die Suche nach sozial gerechteren und nachhaltigen Lebensformen;

  • eine friedens- und entwicklungspolitische Sensibilisierung;

  • die Förderung des interkulturellen Dialogs.

Mit unserer Arbeit im Süden wie im Norden bemühen wir uns als internationale Organisation, diesen uns gesetzten Zielen näher zu kommen.

Unsere Arbeitsbereiche im Einzelnen: