Projekt-Info:

Uganda: Verhinderung von sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen


Mitarbeiterinnen von ACFODE machen Gewalt gegen Frauen öffentlich

Seminarteilnehmerin von ACFODE

Multiplikator_innen befragen die Dorfbevölkerung über Fälle von sexueller Gewalt und klären über Beratungsmöglichkeiten auf

Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen in den ländlichen Gebieten West- und Ostugandas ist an der Tagesordnung und wird vielfach als legitimes Recht der Männer angesehen. Die Opfer schweigen aus Scham und Angst. Sie können kaum auf Hilfe und Unterstützung hoffen. Ihre Täter, oft aus der eigenen Verwandtschaft, werden in der Regel nicht strafrechtlich verfolgt- im Gegenteil: In manchen Stämmen gilt sexuelle Gewalt als gutes Recht eines richtigen Mannes und als „Reinigungsritual“ gegen HIV/AIDS. Wenn die Frauen und Mädchen dann mit dem HIV-Virus infiziert sind oder schwanger werden, müssen sie damit rechnen aus ihrem Dorf gejagt zu werden. Zudem können Frauen in Uganda ohne Ehemänner kein eigenes Land erwerben. In dieser Situation werden sie schnell Opfer von sexuellem Missbrauch. Auch in den Schulen nimmt sexueller Missbrauch von seiten der Lehrer und der älteren Schülern immer mehr zu. Nur sehr schwerwiegende Fälle dringen in die Öffentlichkeit. Denn sexualisierte Gewalt ist in Uganda ein Tabuthema.

EIRENES Beitrag: 

Die EIRENE- Partnerorganisation ACFODE will das Schweigen brechen. Seit 1985 setzt sich ACFODE erfolgreich für die Rechte der Frauen in Uganda ein. Ziel ist es, dass im ganzen Land sexualisierte Gewalt als Verbrechen geächtet und strafrechtlich verfolgt wird. Hierzu setzt ACFODE ein ganzes Bündel von Aktivitäten um:

  • Ehrenamtliche Multiplikator_innen von ACFODE verteilen anonymisierte Fragebögen in Schulen und Dorfgemeinschaften, um die Fälle zu dokumentieren. Mit den Ergebnissen gehen sie an die Presse und veranstalten Kundgebungen in den Dörfern. Gleichzeitig informieren sie die Bewohner_innen über die Beratungsleistungen bei ACFODE.
  • In Selbstbehauptungskursen lernen die Frauen, und insbesondere die Schulmädchen sich in Bedrohungssituationen zu wehren. Die Mitarbeiter von ACFODE vermitteln ihnen Würde, Stärke und Selbstbewußtsein.
  • Gemeinsam mit Lehrern, Eltern und lokalen Entscheidungsträgern werden Strategien zur Gewaltprävention entwickelt.
  • Eine Psychologin von ACFODE arbeitet mit den betroffenen Mädchen, um ihre Traumata zu verarbeiten.
  • Eine Rechtsanwältin vor Ort hilft, die Fälle vor Gericht zu bringen.
  • Eine EIRENE-Fachkraft unterstützt ACFODE bei der Seminararbeit und den Öffentlichkeitskampagnen.

 

Unterstützungsbedarf: 

Um noch mehreren Mädchen und Frauen zu helfen, braucht ACFODE dringend finanzielle Unterstützung: ACFODE will eine weitere Psychologin einstellen. Die Selbstbehauptungskurse, die große Nachfrage finden, sollen ausgebaut und neue Informationsmaterialien angeschafft werden.

Projektdaten
Land/Region: 
Uganda, Region Kisoro und Pallisa
Finanzierung: 
BMZ, Eigenmittel des Partners, Spendenmittel EIRENE
Kurzbeschreibung: 
Prävention von sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen in Ost- und Westuganda
Lokaler Partner: 
ugandische Nichtregierungsorganisation
Projektlaufzeit: 
2008-2019, ggf. mit Verlängerung