Projekt-Info:

CCAP - Konflikte gewaltfrei lösen

In den Kivu-Provinzen leben Hunderttausende Banyamulenge, eine Volkgruppe, die von aus Ruanda und Burundi eingewanderten Tutsi abstammt. Diese Gruppe betrachtet sich als Kongolesen, werden von den anderen in der Region lebenden Völkern (Bembe, Babuyu, Bafulero) aber als Fremde („Ruander“) betrachtet. Seit den 90er Jahren werden sie immer wieder mit Ausweisungen und Deportationen bedroht. Seine wahre Schärfe hat der Konflikt ab 1998. 1998 besetzte die ruandische und die ugandische Armee die Provinz, weil es sich die Bodenschätze Kivus (Gold, Edelmetalle, Diamanten) sichern wollte. Namibia, Angola und Zimbabwe griffen, ebenfalls nicht ganz uneigennützig, auf der Seite Kinshasa in den Krieg ein. Bis 2003 kämpften mindestens 6 nationale Armeen und unzählige nichtstaatliche bewaffnete Gruppen auf dem Gebiet des Kongos. Dieser von der Weltöffentlichkeit weitgehend ignorierte „Erste Weltkrieg Afrikas“ forderte ca. 4 Millionen Todesopfer. Im Südkivu kämpften viele Banyamoulenge ab 1998 gemeinsam mit der ruandischen Armee. Es gab Massaker, Plünderungen und Massenvergewaltigungen und Vertreibungen auf beiden Seiten. Seit 2004 hat sich die ruandische Armee zwar zurückgezogen, aber der Hass zwischen den Banyamulenge und den anderen Ethnien ist geblieben. Das Netzwerk CCAP ist die einzige Organisation, in der Banyamoulenge und Babembe zusammenarbeiten. Sie haben in den letzten Jahren vor allem Aktivitäten zum Vertrauensaufbau in der Bevölkerung durchgeführt. Es ist ihnen dabei aber auch deutlich geworden, dass der Schlüssel für den Frieden im Umgang mit den bewaffneten Gruppen liegt. Als zivilgesellschaftliches Netzwerk haben sie Kontakte und Zugänge zu beiden Seiten.

EIRENES Beitrag: 

EIRENE unterstützt seit 2008 das Koordinationskomitee für Friedensaktionen in der Region Fizi/Itombwe (CCAP) in der Provinz Südkivu im Osten des Kongo.

Projektdaten
Land/Region: 
Demokratische Republik Kongo Provinz Süd-Kivu
Kurzbeschreibung: 
Koordinationskomitee für Friedensaktionen in der Region Fizi/Itombwe