Projekt-Info:

Friedensjournalismus, Friedenserziehung und Konflikttransformation um extraktive Ressourcen in Mali.


Handwerkliche Goldmine im Sahel. Foto: Andreas Wagner

Die Region Sahel wurde in den letzten Jahren zunehmend von der gewaltsamen Eskalation politischer, wirtschaftlicher und ethnisch-religiöser Spannungen erschüttert. Dürren in Folge des Klimawandels und intensive Ressourcennutzung verschärfen Konflikte um Boden und Wasser zwischen Ackerbauern und Viehzüchtern. Sowohl im industriellen wie auch im handwerklichen Bergbau werden Bodenschätze unter Gesundheits- und umweltschädlichen Bedingungen gefördert.  Das Geschäft wird von Korruption, Schmuggel und Prostitution begleitet. Trotz des Friedensabkommens von 2015 hält vor allem im Norden Malis die bewaffnete Gewalt an, die mit dem Putsch 2012 und dem Eindringen islamistischer Milizen seit der Libyenkrise begann. Arme Menschen, Frauen und Heranwachsende sind von den Auswirkungen bewaffneter Konflikte besonders betroffen.

EIRENE stärkt durch das Regionalprogramm Sahel in den Ländern Mali, Burkina Faso und Niger lokale Initiativen für gewaltfreie Konfliktbearbeitung. Dazu arbeitet EIRENE in Mali mit zwei Partnerorganisationen zusammen: Die Partnerorganisation ORFED bietet auf lokaler und regionaler Ebene Workshops zu Techniken gewaltfreier Konfliktbearbeitung an. Sie informiert die Bevölkerung über ihre Rechte und Möglichkeiten der demokratischen Mitbestimmung in Entscheidungsprozessen und fördert so den Aufbau einer Friedenskultur. Die Partnerorganisation FDS fördert nachhaltige kleinunternehmerische Initiativen in Dörfern und führt Studien zu den Problemen im Goldabbau durch. Von der Politik, Unternehmen und Verbänden fordert FDS transparentes und verantwortliches Handeln und unterstützt benachteiligte Bevölkerungsgruppen dabei, ihre Interessen gewaltfrei zu vertreten.

EIRENES Beitrag: 

EIRENE arbeitet in Mali mit den Partnerorganisationen zu folgenden drei Themen:

  • Im Bereich Friedensjournalismus werden Journalistinnen und Journalisten in konfliktsensibler Berichterstattung ausgebildet und in Techniken wie gewaltfreier Kommunikation und Mediation trainiert. Als das wichtigste Medium in der Region kann Radio so in angespannten Situationen deeskalierend wirken.
  • In der Friedenserziehung lernen Jugendliche, Eltern, LehrerInnen und SchuldirektorInnen Strategien, ihre Interessen gewaltfrei zu vertreten. Dadurch soll verhindert werden, dass sie sich radikalen Ideologien und Gruppierungen anschließen. So hat beispielsweise eine vom Projekt unterstützte Jugendgruppe in Nordmali einen Konflikt mit einem Rebellenführer entschärft. In Gao hat eine Jugendgruppe angesichts gewaltsamer Proteste gegen die Einquartierung und politische Einflussnahme von ehemaligen Mitgliedern von Milizen zum friedlichen Dialog mit der Regierung über die Interessen der Bevölkerung aufgerufen.
  • Im Bereich extraktive Ressourcen, insbesondere beim Goldabbau, geht es darum, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, um friedliche Lösungen für Menschenrechts-, Land- und Umweltfragen zu finden. Lokale Organisationen werden in ihrer Lobby-Arbeit gegenüber größeren Konzernen auch auf internationaler Ebene gestärkt.

Ein zentrales Instrument von EIRENEs Kooperation ist der Einsatz von Friedensfachkräften als Beraterinnen zu den Programmschwerpunkten. Die von EIRENE unterstützten Projekte in Mali fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die gerechte Teilhabe an Friedensbildungsprozessen und einen ökologisch und sozial verträglichen Abbau von Rohstoffen. Diese Maßnahmen tragen zur Bekämpfung von Fluchtursachen bei.

Projektdaten
Land/Region: 
Niger, Mali, Burkina Faso
Finanzierung: 
Ziviler Friedensdienst (ZFD) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Lokaler Partner: 
Ré-GENOVICO (Netzwerk für gewaltfreie Konfliktbearbeitung), GREN (Netzwerk von nigrischen NROs zum Ressourcenabbau in Niger), CN-RACOM (Nationaler Dachverband für kommunale Radios); ORFED (Organisation für Reflexion, Bildung und Erziehung im Bereich Demokratie und Entwicklung).
Projektlaufzeit: 
2014-2017