Mit Schokolade gegen Armut



Wie alles begann...
Das Problem war der Agrargenossenschaft Soppexcca, Partnerorganisation von EIRENE, schon lange bekannt: Die Jugendlichen in den Dörfern der Region Jinotega, Nicaragua, haben kaum Aussicht auf Arbeit oder eine Ausbildung. Ihre Familien leben am Existenzminimum, der Kakao- und Kaffeeanbau als wichtigste Einkommensquelle bietet kaum noch ausreichende Erlöse, weil die Bohnen unverarbeitet an Zwischenhändler verkauft werden. Viele flüchten in die Städte oder wandern ins benachbarte Costa Rica oder in die USA aus. Da hatte eine Gruppe von Töchtern und Söhnen der Kakaobauern 2010 die zündende Idee hatte: Wenn sie den Kakao selbst zu Schokolade verarbeiten und direkt vermarkten könnten, würden Arbeitsplätze für die Jugendlichen entstehen und gleichzeitig ein größerer Teil der Wertschöpfung direkt den Gemeinden zu Gute kommen.
Die Schokoladenfabrik: Endlich eine Perspektive!
Eine Machbarkeitsstudie bescheinigte der Idee gute Erfolgsaussichten. Soppexcca und eine Fachkraft von EIRENE schulten die Jugendlichen in der Kakaoverarbeitung. Mit Spenden von EIRENE wurde ein Produktionsraum mit einer Grundausstattung an Geräten eingerichtet. Seit Januar 2012 stellen die Jugendlichen qualitativ hochwertige Schokolade her. Produktion und Vertrieb organisieren die Jugendlichen in Eigenverantwortung. In Jinotega haben sie bereits regelmäßige Abnehmer gefunden, die hochzufrieden mit den Produkten sind.Weil professionelle Geräte fehlen, erfordert die Herstellung der Schokolade noch viel Handarbeit. Wenn mehr produziert werden kann, können die Jugendlichen von den Erlösen leben.
Derzeit arbeiten 10 Jugendliche in der Schokoladenfabrik. Zu wenig, wie Julia Keller, die Fachkraft von EIRENE bei Soppexcca, findet. Sie hofft, dass weitere Jugendliche aus den acht Gemeinden, in denen Soppexcca arbeitet, hier einen Arbeitsplatz finden. Die Nachfrage nach einer lokal produzierten, ökologischen Schokolade ist groß, wie eine Marktstudie letztes Jahr belegt hat. Die Jugendlichen sind mit großem Engagement bei der Sache und wollen ihre Produktion ausweiten. Dafür sind sie jedoch auf Unterstützung angewiesen. Ziel ist es, die Schokolade auch in anderen Städten Nicaraguas zu verkaufen.
EIRENE unterstützt die Jugendlichen von Soppexcca durch die Mitarbeit einer Fachkraft, die sich um die Organisation und Verwaltung kümmert, sowie durch Spenden für den Auf- und Ausbau der Schokoladenfabrik.
Für 20 Euro kann Soppexcca den Jugendlichen Fortbildungen in der Verarbeitung und Vermarktung anbieten. So ist langfristig ihre Selbstständigkeit gesichert.
Mit 50 Euro kann ein Hektar mit Kakao bepflanzt werden. Damit sichern Sie mehr Familien in Jinotega ein Einkommen.
100 Euro helfen für dringend notwendige Geräte und wichtige Werkzeuge für die professionelle Fertigstellung der Schokolade.



