Projekt-Info:

Selbsthilfefonds fördert nachhaltige Entwickung im Niger



Getreidespeicher, der aus dem Selbsthilfefonds finanziert wurde

aus dem Selbsthilfefonds finanzierte Getreidemühle

80 % des Nigers werden von der Sahara bedeckt. Der Rest des Landes liegt in der Sahelzone, in der Regen sehr unregelmäßig fällt. Bleibt der Regen in bestimmten Wachstumsphasen der Hirse aus, kommt es schnell zu Ernteverlusten und Nahrungsmittelmangel für Menschen und Tiere. Gleichzeitig hat der ein Bevölkerungswachstum von 3,7 % im Jahr (UN-Angaben 2014). Um die steigende Zahl der Menschen zu ernähren, müssen die landwirtschaftlichen Flächen immer intensiver genutzt werden. Dadurch ist eine Regeneration der Bodenfruchtbarkeit kaum möglich.

Projektziele

Oberstes Ziel ist die Stärkung der Eigeninitiative und selbst entwickelter Lösungen der Familien in der Projektregion. Dafür hat EIRENE einen Selbsthilfefonds eingerichtet, der Zuschüsse für Kleinprojekte vergibt. Einzelpersonen oder (Frauen)gruppen beantragen den Zuschuss für Vorhaben, die sie selbst verwalten und durchführen. Die Dorfgemeinschaft entscheidet über die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit der Vorhaben. Mitarbeiter der EIRENE-Partnerorganisation ADROC sowie eine Fachkraft von EIRENE beraten die Antragsteller.

Weiterhin wird der Ackerbau in 52 Ortschaften in der Region Téra so verbessert, dass den Menschen langfristig genügend Nahrung zur Verfügung steht, um ihr Überleben zu sichern. Dabei ist ein Schwerpunkt die Ausbildung von lokalen FeldberaterInnen in angepasster, bodenschonender Anbauweise. Diese schulen ihrerseits die Familien in der Region. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, das kollektive Wirtschaften zum Nutzen der Dorfgemeinschaft zu stärken. Dazu tragen das bewährte System der Getreidebanken sowie gemeinschaftlich genutze Viehfutterlager und Saatgutstellen bei.

EIRENES Beitrag: 

 Folgende Maßnahmen, die bisher aus dem Selbsthilfefonds gefördert wurden:

  • Aufbau und Ausstattung von gemeinschaftlich genutzten Getreidebanken, um Ernteausfällen vorzubeugen
  • Baumpflanzungen auf Ackerflächen (Agroforst). Die Bäume spenden Schatten, liefern Brennholz, Früchte und Viehfutter und beugen der Erosion vor.
  • an die Trockenheit angepasste Ziegen- und Rinderrassen. Die Familien vermehren die Tiere selbst und geben die Nachkommen weiter.
  • Hebammen erhalten Karren, um schwangere Frauen zu Gesundheitsstationen zu fahren.
  • Ausbildung lokaler FeldberaterInnen, die die Familien in ertragreicheren und nachhaltigen Anbaumethoden schulen

 

 

Unterstützungsbedarf: 

Jede Spende ist ein wichtiger Beitrag, um den Selbsthilfefonds aufzustocken. Derzeit reicht das eingezahlte Geld nicht, um alle Vorhaben von Einzelpersonen oder Selbsthilfegruppen zu ermöglichen.

Projektdaten
Land/Region: 
Niger, Region Tera
Finanzierung: 
Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Eigenmittel von EIRENE, Demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot (Berlin).
Kurzbeschreibung: 
Nahrungssicherheit stärken und Selbsthilfefähigkeiten von Familien im Niger fördern.
Lokaler Partner: 
ADROC (Appui pour le Développement Rural des Organisations Communautaires), lokale NRO
Projektlaufzeit: 
2009-2019