Solarstrom und Kakaoanbau als neue Wege aus der Armut in Nicaragua


In den ländlichen Gemeinden des Departements Jinotega im Norden Nicaraguas leben viele Kleinproduzenten und deren Familien vom Anbau von Kaffee in Monokultur. Diese Art des Anbaus setzt sie den starken Schwankungen des Kaffeepreises auf dem Weltmarkt besonders aus und belastet den Boden. In der Region gibt es darüber hinaus erhebliche Umweltschäden, vor allem durch die zunehmende Abholzung der Wälder. Das wird gefördert, weil die meissten Familien im ländlichen Norden mit Holz kochen. Für die Kinder und Frauen bedeutet das bis zu drei Stunden täglich schwere körperliche Arbeit.
Die EIRENE-Partnerorganisation SOPPEXCCA wurde als Agrargenossenschaft 1997 im Departement Jinotega gegründet. Heute sind darin rund 650 KleinproduzentInnen, davon 40% Frauen, angeschlossen. Durch die Direktvermarktung von Kaffee schließt SOPPEXXCA die Lücke zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen und ermöglicht den Mitgliedern dadurch ein höheres Einkommen und macht sie unabhängiger vom Weltmarkt. Darüber hinaus setzen sie sich für den Umweltschutz ein und fördern die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion, um zur Verbesserung der Ernährungssituation beizutragen und neue Einkommensquellen für die Familien zu erschließen.
"Ökologischer Kakaoanbau schafft ein zusätzliches Einkommen für die Familien und schützt den Boden". Das erkannte die Agrargenossenschaft SOPPEXCCA. Daher hat sie zum Ziel den Anbau von ökologischem Kakao und seine Weiterverarbeitung unter Berücksichtigung von Boden-, Wasser- und Waldschutz in acht ländlichen Gemeinden in Jinotega zu fördern. Die Mitglieder der Genossenschaft organisieren gemeinsam die Vermarktung und bieten Schulungen im Anbau an. Durch den Einsatz von ressourcensparenden Technologien soll der Umweltschutz gefördert werden, z.B. durch Einsatz von Solaranlagen zur Stromerzeugung und den Bau und Verteilung von brennholzsparenden Kochstellen. Im Rahmen des Projektes wird SOPPEXCCA seit Juli 2009 von einer EIRENE-Fachkraft beraten.
Ihre Spende hilft gegen die Armut im ländlichen Nicaragua, beispielsweise:
- 150 Euro helfen als Beitrag für eine neue Solaranlage. Damit gibt es Strom in den Genossenschaftshäusern, sodass Schulungen über den Kakaoanbau und die Vermarktung durchgeführt werden können.
- 50 Euro helfen einer Familie, um einen Hektar mit Kakao zu bepflanzen.
- 20 Euro kostet der Bau einer neuen brennholzsparenden Kochstelle und vermindert damit die Abholzung der Wälder



