Projekt-Info:

Stärkung junger Menschen in ihrem Einsatz für eine Friedenskultur in Nicaragua


CENIDH verteidigt die Menschenrechte in Nicaragua

MitarbeiterInnen von CENIDH erkundigen sich über die Haftbedingungen in einem nicaraguanischen Gefängnis.

Menschenrechtsverletzungen und Ausgrenzung prägen die Lebenswelten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, insbesondere von Angehörigen indigener und afronicaraguanischer Völker. Trotz ihrer wichtigen Funktion als Akteure einer demokratischen Entwicklung sind junge Leute in zivilgesellschaftlichen und politischen Strukturen unterrepräsentiert. Ohne Perspektive, Zugang zu Bildung und Handlungsalternativen wird die Gewaltspirale durch die Betroffenen noch verstärkt. CENIDH arbeitet mit jungen Menschen aus benachteiligten sozialen Gruppen, damit sie Gewaltdynamiken und gesellschaftlich tolerierte Alltagsgewalt erkennen, reflektieren und Alternativen entwickeln. So werden sie in die Lage versetzt, ihre Rechte auf demokratischem Weg einzufordern, und tragen zur Verbreitung einer Friedenskultur bei.

Das 1990 gegründete nicaraguanische Menschenrechtszentrum (CENIDH) ist eine national und international anerkannte und breit vernetzte Menschenrechtsorganisation. Zwischen 2002-2009 wurde die Zusammenarbeit mit EIRENE im Rahmen eines Projektes zur Stärkung und Ausbildung eines Menschenrechtsunterstützernetzwerkes erweitert. Bei diesem Netzwerk „Padre César Jerez“ handelt es sich um eine einzigartige landesweit agierende Struktur. Die hierin organisierten MenschenrechtsunterstützerInnen leben über das ganze Land verstreut, auch in entlegenen Gebieten und wurden dazu ausgebildet, als AnsprechpartnerInnen für Menschenrechtsverletzungen zu dienen. Sie geben Informationen über Menschenrechtsverletzungen an CENIDH weiter, helfen den Menschen vor Ort, ihre Anliegen angemessen zu artikulieren und begleiten sie bei Behördengängen.

EIRENES Beitrag: 

Im derzeitigen Projekt wird die Menschenrechtsarbeit und die Vernetzung mit anderen Organisationen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft in zwei ausgewählten Regionen der Karibikküste verstärkt. In insgesamt 28 ländlichen Gemeinden werden ca. 700 junge Menschen und VertreterInnen autonomer Regionen in Workshops und Begegnungsveranstaltungen als PromotorInnen aus- oder weitergebildet. Sie nehmen an öffentlichen Aktionen teil, engagieren sich im Netzwerk für ihre Rechte und begleiten Opfer von Menschenrechtsverletzungen. Durch die Weiterbildung der Mitarbeitenden von CENIDH werden die Arbeitsmethoden und Themen der Organisation weiterentwickelt. CENIDH wird von einer EIRENE-Fachkraft zu den Themen Friedenspädagogik, partizipative Methoden sowie Monitoring und Evaluierung beraten.

Unterstützungsbedarf: 

Ihre Spende unterstützt junge FriedensaktivistInnen in Nicaragua, beispielsweise:

  • 30 Euro sind ein wichtiger Beitrag für die Verfassung und Erstellung von Studien und Ausbildungsmaterial zu Menschenrechten, Gewaltfreiheit und Friedenskultur.
  • 70 Euro finanzieren eine von vier friedenspädagogischen Weiterbildungsveranstaltungen im Jahr für bereits aktive junge Menschenrechts-PromotorInnen.
  • Mit 150 Euro kann für eine Woche die Tätigkeit eines Anwalts finanziert werden, der Anzeigen wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen verfolgt und Betroffene berät.
Projektdaten
Land/Region: 
Nicaragua / Managua, Estelí, Matagalpa
Finanzierung: 
BMZ, Eigenmittel Partnerorganisation
Kurzbeschreibung: 
Bildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Menschenrechtsarbeit und Förderung einer Friedenskultur
Lokaler Partner: 
Centro Nicaragüense de Derechos Humanos (CENIDH)
Projektlaufzeit: 
2014 - 2017