Die starke Nachbarin Daniela Atane vermittelt in Konflikten

Bilal Almasri und Daniela Atane vom Projekt "Starke Nachbar_innen"

Streitigkeiten im Deutschsprachkurs

„Im Deutsch-Sprachkurs gab es neulich einen heftigen Streit zwischen zweien meiner Mitschüler über Religion. Es ging darum, welcher Glaube der Richtige ist und die beiden Streithähne hatten schon richtig rote Köpfe als ich eingeschritten bin. Ich bin zwischen sie gegangen und habe »Stopp« gesagt und fortgeführt »Wir sind alle Menschen und so müssen wir miteinander sprechen, auch über Gott.« Das hat die beiden sehr beruhigt und mein Sprachlehrer kam nach der Stunde zu mir und hat mir seinen Respekt ausgesprochen. Früher hätte ich mich das nicht getraut.“

Der Kurs der Konfliktvermittler_innen

Daniela Atane lebt seit 2016 in Deutschland. Wie viele andere musste sie aus ihrem Heimatland Syrien vor dem Krieg fliehen. In Neuwied hat sie in den letzten Jahren Fuß gefasst. „Ich bin über mein ehrenamtliches Engagement bei der Diakonie auf die Weiterbildung zur Konfliktvermittler_in gestoßen. Als ich von dem Angebot des Projekts »Starke Nachbar_innen« erfuhr, wusste ich sofort: Das will ich machen.“ Daniela bildet sich seit November letzten Jahres mit 18 weiteren Personen aus Neuwied und Altenkirchen zur Konfliktvermittlerin weiter. In dem achtmonatigen Kurs setzt sich die vielfältige Gruppe mit Konflikten auseinander. In interaktiven Übungen wird gewaltfreie Kommunikation trainiert und sich mit den schweren Themen Diskriminierung und Rassismus befasst.


Bitte Spenden Sie für die Friedensarbeit mit Geflüchteten in Deutschland.


19 Teilnehmer_innen - 19 Definitionen für das Wort »Konflikt«

Da die meisten der Kursteilnehmer_innen selbst schmerzvolle Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus gemacht haben, entstand schnell eine solidarische Atmosphäre, auch wenn die Gruppe in Sachen Herkunft und Alter sehr unterschiedlich ist.  „Durch den Kurs haben wir ein Raum für Vielfalt und Verständigung geschaffen“ sagt Bilal Al Masri, der hauptamtlich im Projekt arbeitet. „Das Wort »Konflikt« hat abhängig vom kulturellen Kontext ganz unterschiedliche Bedeutungen. In unserer Kursarbeit mussten wir erst ein gemeinsames Verständnis für den Begriff etablieren. Seitdem lernen wir alle sehr viel voneinander.“

Wenn die Menschlichkeit fehlt

Bilal kam wie Daniela erst vor wenigen Jahren nach Deutschland. Auch für ihn ging es in Syrien wegen des Krieges nicht mehr weiter. Sie mussten beide am eigenen Leib erfahren wie wertvoll Frieden ist und grausam das Leben wird wenn die Menschlichkeit fehlt. „Menschlichkeit ist für mich das wichtigste bei allen Konflikten. Wir sind immer Menschen und so müssen wir uns mit Respekt und Akzeptanz begegnen“, sagt Daniela. Aus dieser Überzeugung zieht sie Kraft die Hürden des Lebens zu nehmen. Ihre Zukunftspläne sind schon konkret: „Ich will Krankenschwester werden, es liegt mir am Herzen anderen Menschen zu helfen.“

Die Pilotphase des Projektes „Starke Nachbar_innen“ endet im Dezember 2019. Für eine erfolgreiche Fortführung des Projektes ist EIRENE auf Spenden angewiesen, damit mehr Menschen wie Daniela und Bilal zu starken Nachbar_innen werden. Mehr Infos und Spendenmöglichkeit für das Projekt unter: https://eirene.org/projekte/starke-nachbarinnen-konfliktfaehiges-zusammenleben-von-und-mit-gefluechteten

Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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