Mein Leben nach dem Freiwilligendienst

Barbara Namudope bei einem Beratungsgespräch in der Einrichtung Katalemwa Cheshire Home in Kampala/Uganda.

Meine Gedanken an die Heimkehr nach 13 Monaten Freiwilligendienst in Deutschland waren versunken in Angst vor dem Unbekannten. Tatsächlich ertappte ich mich immer wieder beim Abwegen, ob ich zurück nach Uganda gehen oder doch in  Deutschland bleiben sollte. Dafür muss man wissen, die Menschen in meiner Heimat haben viele Erwartungen an jemanden, der aus Deutschland zurückkehrt. Sie erwarten nicht nur Schokolade. Geschenke wie iPhones, Tablets, Laptops und Kameras werden als Standard angesehen, denn genau das bringen andere Menschen aus Europa mit. Vor meiner Heimkehr bekam ich viele solcher Anfragen von meinen Freund_innen. Es war nicht leicht sie alle davon zu überzeugen, dass ich mir solche Geschenke, aufgrund meines nicht vorhandenen Gehalts, nicht leisten konnte.

Social Media Detox

Ich rettete mich durch eine selbstauferlegte Abwesenheit in Sozialen Netzwerken; letztendlich wussten nur wenige Eingeweihte über meine genaue Rückkehr nach Uganda. Vor meiner Ausreise hatte mir meine Organisation „Katalemwa Cheshire Home“, ein  Rehazentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, versprochen meine damalige Stelle für mich freizuhalten. Jedoch war es eine Herausforderung meine Position zurück zu erhalten. Ein neuer Freiwilliger hatte in meiner Abwesenheit Aufgaben übernommen und auch andere Kolleg_innen hatten Verantwortlichkeiten von mir, die sie nicht anstandslos an mich zurückgeben wollten.

Neustart in Advocacy und Netzwerk-Arbeit

Vor meinem Freiwilligendienst war ich Programmverantwortliche, doch mein Projekt endete vor meiner Rückkehr. Nach einigen Verhandlungen mit meiner Chefin nach meiner Rückkehr bekam ich einen Zweijahresvertrag und eine neue Position „Referentin für  Advocacy und Netzwerke“. Ein Angebot, das ich gerne annahm und bis jetzt nicht bereue.

Kinderlieder und Brötchen

An Deutschland vermisse ich meine Freund_innen, meine Mentor_innen und meine zwei Gastfamilien. Der Geschmack von Brötchen liegt mir bis heute auf der Zunge. Wenn mich Fernweh plagt, höre ich deutsches Onlineradio, schaue mir Kindergartenlieder auf Youtube an oder kommunziere online mit meinen deutschen Freund_innen.

Ich bereue meine Entscheidung für einen Freiwilligendienst in Deutschland nicht! Es hat mein Leben und meine Sicht auf Deutschland und seine Bewohner_innen sehr verändert. Ich habe beschlossen nur die positiven Dinge mitzunehmen und in meinem Herzen zu verwahren. Dort halte ich auch all die freundlichen Eirenies sowie das Lied unserer Abschiedszeremonie. „Möge die Straße“ klingt immer noch in meinem Ohr und treibt mich weiter an.

Von Barbara Namudope

EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
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