Versöhnung stärkt die Gemeinschaft!

Die Konfliktbearbeitung im Redekreis schafft fröhliche Gesichter im Klassenverband. EIRENE-Friedensfachkraft Andreas Riemann in der zweite Reihe, dritter von links.

El Alto/Bolivien: Der Redekreis ist eine innovative Methode, um Schüler_innen in Dialog zu bringen. Er bietet die Möglichkeit, sich vertraulich über Erlebnisse und Konflikte auszutauschen und nachhaltig zur Lösung von Konflikten und zu Versöhnungsprozessen beizutragen. Der Redekreis basiert sowohl auf reformorientierten Ansätzen des modernen Strafrechts (Restorative Justice) als auch auf traditionellen Prinzipien und Verfahren der Konfliktbewältigung und Gruppenintegration im Anden-Raum.

Mit dem Redestab in der Hand wird Vertrauen aufgebaut

Beim Redekreis geht es um Vertrauensaufbau, die Gestaltung von Beziehungen und die Suche nach Lösungen. Dazu dienen Elemente wie eine Eingangszeremonie (ein Lied über Freundschaft) und gemeinsam erarbeitete Werte. Wenn ich mit einer Schulklasse die Arbeit beginne, möchte ich von den Schüler_innen wissen, was sie benötigen, um einen vertrauensvollen Dialog zu führen. Darauf antworten einige von ihnen: „Ich möchte gerne aussprechen können“, „es soll nicht gelacht werden, wenn jemand spricht“ und „ich möchte, dass das Gesagte nicht ausgeplaudert wird“. Darauf antworte ich „abgemacht!“. Es gibt keinen besseren Weg, wenn es um sensible Themen geht. Anschließend nutze ich den Redekreis zur Ermutigung, dass die Schüler_innen von sich erzählen, von Wünschen und positiven Erlebnissen. In weiteren Runden geht es um Konflikte im Schulkontext oder im Elternhaus und um Themen wie Verantwortung, gewaltfreie Handlungsalternativen sowie Schritte zur Wiedergutmachung. Die Regeln des Redekreises müssen dabei eingehalten werden. „Gar nicht so einfach“, ruft David, denn nur wer den Redestab in der Hand hält darf auch sprechen. Er ist nicht gewohnt, anderen empathisch zuzuhören. Er muss die Methode erst langsam einüben.

Eine Versöhnung unter Applaus

Dann spricht David über ein Missverständnis der letzten Woche und zeigt dabei auch Reue gegenüber Teresa. Als er sich entschuldigt, kommt es zu einer spontanen Umarmung mit der etwas jüngeren Teresa. Seine Mitschüler_innen staunen und fangen an heftig zu applaudieren. Während der Abschlussrunde bedankt sich Teresa bei David.

Schüler_innen nehmen Probleme in die eigene Hand

In traditionellen Gesellschaften geht es bei der Lösung eines Konflikts immer darum, auch die Gemeinschaft zu stärken. Die Methode des Redekreises wirkt aufgrund der integrativen Elemente harmonisierend auf die Gruppendynamik und fördert den Versöhnungsprozess. Die Schüler_innen werden dadurch ermutigt, Probleme in die eigene Hand zu nehmen. Aufgrund des positiven Echos und nach Rücksprache mit den Direktor_innen der Partnerschulen erprobt das CCC Chasqui nun auch Redekreise mit Eltern und Lehrpersonal.

Von Andreas Riemann, EIRENE-Friedensfachkraft bei CCC Chasqui.

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