Bolivien

Adela Cruz Quispe ist Mitbegründerin und Leiterin des Kulturellen Kommunikationszentrums CHASQUI in El Alto. Dort werden Kinder und Jugendliche zu Friedenspromotor_innen ausgebildet, mit dem Ziel der Förderung einer Friedenskultur.

Das Land trägt seine Vielfalt bereits im Namen : Im Estado Plurinacional de Bolivia leben 36 indigene Völker mit ihren eigenen Sprachen und Kulturen zusammen. Mit der neuen, seit 2009 gültigen Verfassung, sollen diese 36 plurinationalen Identitäten gesichert und gestärkt werden und die Entwicklung des Land im Einklang mit der Natur wurde zum neuen Staatsziel erklärt. Hierbei stützt sich der Staat auf das Sumaq Qhamaña – der Begriff kommt aus dem Aymara und bedeutet so viel wie „gutes Zusammenleben.“ Das gute Zusammenleben mit der Natur, den Menschen, Tieren und dem gesamten Kosmos. Daraus abgeleitet entstand das Wertekonzept des vivir bien, welches Grundlage der neuen Verfassung des Andenstaates darstellt und u.a. die Ablehnung der kapitalistischen Wirtschaftspolitik und das Erstarken der indigenen Organisationen bedeutet.

 

vivir bien als Wertekonzept für die Gesellschaft

Doch bis heute beklagen viele Bolivianer_innen, dass immer noch nicht klar ist, was die Regierung eigentlich mit vivir bien meint – und die Auffassungen von einem guten Zusammenleben sind so vielfältig wie Bolivien selbst. Und obwohl Frieden und Gewaltfreiheit in der Verfassung festgeschrieben sind, ist Bolivien immer noch ein Land, in dem die allermeisten politischen Konflikte gewaltsam ausgetragen, in dem Menschenrechte verletzt werden, und wo Gewalt in der Familie und Frauenmorde an der Tagesordnung sind.

Seit dem Jahr 2008 kooperiert EIRENE mit verschiedenen Organisationen der Zivilgesellschaft und Kirche in der Millionenstadt El Alto: Zusammen werden Kinder(-rechte) gestärkt, Präventionsmaßnahmen gegen sexualisierte Gewalt gefördert, Frauen als Friedensstifterinnen unterstützt und die Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung erhöht, damit Konflikte nicht gewaltvoll eskalieren. Indigene Ansätze  für ein friedliches Zusammenleben, abgeleitet aus dem Sumaq Qhamaña, werden gestärkt.

Seit den 1980er Jahren unterstützen EIRENE-Freiwillige Partnerorganisationen in Bolivien, einem Land mit großen sozialen Herausforderungen. Damit fördern sie ein gegenseitiges Kennenlernen und Verstehen. Diese spannende Lernerfahrung ermöglicht es ihnen, einen Beitrag zu einer gerechten Entwicklung zu leisten. Unsere Arbeit mit Partnerorganisationen wird über Spenden finanziert.

Ansprechperson Friedenskooperationen: Alexander Blessing, blessing [at] eirene [dot] org

Ansprechperson Freiwilligenprogramm: Mirko Steffen, steffen [at] eirene [dot] org

Einsatzstellen für Freiwillige

Projekte

Dialogförderung in El Alto

Das Zentrum für Bürgerbeteiligung FOCAPACI stärkt die Partizipation der Alteñas und Alteños (Die Bürger_innen von El Alto) an kommunalpolitisch relevanten Entscheidungen. Dies geschieht über die Förderung von Dialog; dazu arbeitet FOCAPACI vor allem mit der organisierten Zivilgesellschaft zusammen.

Frauen als Friedensstifterinnen

Organisierte Frauen in El Alto haben einen positiven Einfluss auf Konfliktlösung. Gemeinsam mit der Partnerorganisation OMAK erhöht EIRENE die Teilnahme von Frauen an Dialogprozessen. Außerdem werden die Bedürfnisse und Rechte von Frauen sichtbarer gemacht und eingefordert.

Frieden lehren und lernen

Bolivien: Eine von Lehrer_innen neu gebildete Plattform erarbeitet einen friedenspädagogischen Bildungsplan und setzt ihn an sechs Schulen El Altos um. Durch Lobbyarbeit dient er anderen Schulen als Modell zur Verringerung von Gewalt an Schulen.

Friedenspädagogik und Gewaltprävention

Bolivien: Alternative Bildungs- und Freizeitangebote für die Kinder und Jugendlichen El Altos. Die Arbeit der EIRENE-Partnerorganisation CHASQUI fördert Kinder aus sozial benachteiligten Familien indigener Herkunft.

Kinder stärken!

Bolivien: Gewalt und Missbrauch gehören für viele Kinder und Jugendliche in El Alto zum Alltag. 2016 meldeten staatliche Stellen 220 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern. EIRENE arbeitet seit 2008 mit dem Kinderrechtszentrum SEPAMOS erfolgreich an der Prävention von Gewalt zusammen.

Menschen

Emina Labeau

Hallo! Ich heiße Emina Labeau und arbeite als Freiwillige im CHASQUI in El Alto, Bolivien.

Lea Merzbach

Hallo! Mein Name ist Lea Merzbach und ich arbeite im FUNDASE in El Alto, Bolivien.

Monika Pfeiffer

Hallo! Ich heiße Monika Pfeiffer und arbeite als Freiwillige bei CEDICOR in Bolivien.

Louis Kleinwächter

Hallo! Ich heiße Louis Kleinwächter und arbeite als Freiwilliger im CHASQUI in El Alto, Bolivien.

Eva Annette Härtling

Hallo! Ich heiße Eva Annette Härtling und arbeite als Freiwillige bei FUNDASE in El Alto, Bolivien.
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