Bolivien: Kinder schützen und stärken

Schüler_innen der Elizardo Pérez-Schule in El Alto lernen im Rahmen eines Präventionskurses zu sexualisierter Gewalt spielerisch ihre Rechte kennen und wie sie diese einfordern können. Dazu wird ein von SEPAMOS entwickeltes Bingo-Spiel eingesetzt.

Kinder schützen, stärken und begleiten

Gewalt und Missbrauch sind ein großes Problem für die Kinder El Altos. Gewalt in der Schule und in der Familie sind in der Erziehung weit verbreitet. Kinder, die auf der Straße leben, sind nochmal mehr gefährdet: In dieser "rechtlosen" Umgebung haben 90 Prozent der Kinder körperliche, seelische und sogar sexualisierte Gewalt erlebt. Vor sexualisierter Gewalt sind auch Kinder, die bei ihren Familien leben, nicht ausreichend geschützt. Hier sind besonders Kinder mit Behinderungen betroffen, da ihre Abhängigkeit von den Eltern und ihre Schutzbedürftigkeit besonders groß ist.


Häusliche Gewalt in Zeiten der Pandemie in Bolivien - Ein Blogeintrag der EIRENE-Fachkraft Grit Hädicke


Durch die Kooperation von EIRENE mit der Kinderrechtsorganisation SEPAMOS wird die Gewaltprävention an Schulen, in Nachbarschaften und innerhalb von Familien seit Jahren erfolgreich gestärkt. Mit dem neuen Projekt „PROTECT“ wird seit Oktober 2021 die präventive und therapeutische Arbeit nun auf Straßenkinder und Kinder mit Beeinträchtigungen erweitert. Diese beiden Gruppen sind in vielen Belangen schutzlos und deshalb besonders gefährdet Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden. Um einen optimalen Zugang zu diesen Gruppen zu haben, arbeitet EIRENE jetzt mit den beiden neuen Partner "Maya Paya Kimsa“ und „Stiftung Machaqa Amauta“ zusammen. 

EIRENE und seine Partnerorganisation schützen Kinder mit einem integralen Ansatz. Es gibt Therapieangebote für Opfer von körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt. Gleichzeitig werden Familien, Lehrer_innen und weitere Erwachsene in die Präventionsarbeit eingebunden. Der integrale Ansatz kümmert sich um die Opfer von Gewalt und leistet zur selben Zeit Präventionsarbeit für eine bessere Zukunft. 

Dieser Ansatz soll jetzt auf noch mehr Städte in Bolivien ausgebreitet werden. Er wird bereits erfolgreich in der Millionenstadt El Alto angewandt, jetzt soll er auch Kinder in Riberalta, eine Stadt im Tiefland und Kinder in der Hauptstadt La Paz schützen.

Alle Kinder sollen ohne Gewalt aufwachsen können!“ (Bolivianische Verfassung)

Maßnahmen und Aktivitäten:

  • Finanzielle Unterstützung dreier Kinderrechtszentren bei Aktivitäten im Rahmen des integralen Ansatzes der Gewaltverhinderung für Straßenkinder, Kinder mit Behinderung und Schulkinder. Alle Beteiligten - Eltern, Lehrkräfte, Erzieher_innen, Schüler_innen, Jugendämtern und Justizvertretern – werden sensibilisiert und arbeiten vernetzt an Lösungen. Sexueller Missbrauch wird verhindert!
  • Neben der Prävention von Gewalt erfahren betroffene Straßenkinder, Kinder mit Behinderungen und Schulkinder direkte Hilfe in Therapieräumen von den drei lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Es wird auch mit Eltern und Vertreter_innen aus Behörden und Ämtern gearbeitet, die für die Einhaltung von Kinder- und Jugendrechten verantwortlich sind.
  • Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, um die Bevölkerung gegen sexuellen Missbrauch und für Kinderrechte zu sensibilisieren und aufzuklären.

Insgesamt erreicht das Projekt über 3.400 Kinder, davon je 1.100 Straßenkinder und Kinder mit Behinderungen. Hinzu kommen 1.650 Beteiligte aus dem familiären und staatlichen Umfeld.

Beispiele, wie Sie helfen können:

  • Mit 35 Euro ermöglichen Sie einem gewaltbetroffenen Kind eine Einzelsitzung in Psychotherapie oder alternativen Behandlungsmethoden.
  • Mit 75 Euro finanzieren Sie ein Training mit 35 Straßenkindern zu Gewaltprävention und Schutz, in welchem die Kinder Perspektiven für ihr Leben entwickeln.
  • 200 Euro sind ein wesentlicher Beitrag für Aufbau und Einrichtung von dringend notwendigen Therapieräumen für Straßenkinder in La Paz und Kinder mit Behinderungen in Riberalta, wo solche Räume bisher nicht vorhanden waren.

Land/Region: Bolivien, El Alto
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Eigenmittel Partnerorganisation, Spendenmittel EIRENE
Lokale Partner: bolivianische Kinderrechtszentren: SEPAMOS (https://sepamoslpbolivia.org), MaPaKi (https://www.mayapayakimsa.org), FMA (https://www.facebook.com/FundacionMachaqaAmawta)

Ansprechpartner bei EIRENE: Jürgen Kraus, kraus [at] eirene [dot] org

Spenden Sie jetzt für Friedensarbeit

FundraisingBox Logo

Länder

Bolivien

Das Land trägt seine Vielfalt bereits im Namen: Im Plurinationalen Staat Bolivien leben 36 indigene Völker mit ihren eigenen Sprachen und Kulturen zusammen. Frieden ist als Staatsziel in der Verfassung verankert, trotzdem werden politische Konflikte häufig gewalttätig ausgetragen.

Themen

Friedenspädagogik

Viele Kinder und Jugendliche haben bereits gelernt, wie Gewalt funktioniert. Sie wissen, dass die Stärkeren siegen und welche Mittel dafür dienlich sind. Medien und auch das familiäre oder schulische Umfeld erzählen davon.
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Aux durs moments de la crise au Burundi, EIRENE est apparu comme un ami au chevet de la Maison de la Presse pour inspirer les médias vers un dynamisme plus sensible aux conflits. Notre partenariat avec EIRENE est bien réussi. Quelques fruits sont déjà murs.
Nestor Ntiranyibagira, Direktor, Maison de la Presse du Burundi
Zum EIRENE-Freiwilligendienst gehört neben der Arbeit in den Einsatzländern auch die Vor- und Nachbereitung durch die Seminare. Dort konnte ich viele tolle Menschen kennenlernen und habe neue Freundschaften geschlossen. Die Verbundenheit zu ihnen und EIRENE gibt mir noch heute Kraft und Energie.
Johanna Steinwandel, ehemalige EIRENE-Freiwillige in Nordirland
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
Hace 12 años que conozco a EIRENE y mi experiencia ha sido muy linda ya que me ha permitido trabajar no solo en la formalidad de una financiera extranjera en nuestra temática de violencia sexual infanto adolescentes, si no conocer a las personas maravillosas. ¡¡¡ MUCHAS GRACIAS EIRENE!!!!
Rosario Mamani Espinal, Koordinatorin bei SEPAMOS in Bolivien
Friedensbrief-Newsletter

Melden Sie sich jetzt für den EIRENE Friedensbrief an und Sie erhalten 4 Mal im Jahr spannende Einblicke in unsere Friedensarbeit

Zur Newsletter-Anmeldung