Die tapferen Schneiderinnen aus Rabat

Die Schneiderinnen der Fondation Orient-Occident (FOO) im Schneideratelier in Rabat, Marokko.

Mode schafft Einkommen und Respekt
Im Schneideratelier der EIRENE-Partnerorganisation Fondation Orient-Occident (FOO) wird unter fairen Bedingungen Mode produziert. Das Besondere: Viele der Schneiderinnen flüchteten aus dem Kongo, Syrien oder Jemen. Bei FOO haben sie ein neues Zuhause gefunden. Dank einer professionellen Schneiderausbildung und ihrer bereits vorhandenen Fähigkeiten im Nähen und Sticken entstehen hochwertige Kleidungsstücke. Auch nach ihrer Ausbildung können die Frauen weiterhin Mode über das Label Migrants du Monde auf Provision verkaufen. Zusätzlich erhalten sie Anschubfinanzierungen um Start-Ups zu gründen und sich eine Existenz aufzubauen.

 

Konkret für Integration und sozialen Frieden:

  • Beratung von neuangekommenen Geflüchteten in Asylfragen und Unterstützung bei der Wohnungssuche.
  • Integrations- und Sprachkurse fördern Kontakt zwischen Geflüchteten und Einheimischen.
  • Das von FOO betriebene Radio F bietet Geflüchteten eine Plattform: Hier können sie über ihre Flucht sprechen und so Vorurteile abbauen.
  • Theaterworkshops bringen marokkanische und Migrantenkinder zusammen, spielerisch werden Freundschaften geschlossen und gemeinsame Stücke erarbeitet.
  • In Kunstworkshops können Geflüchtete ihre traumatischen Erfahrungen verarbeiten.

 

Gestrandet in Marokko
Die Grenzmauern rund um die spanische Enklave Melilla in Marokko sind hoch und militärisch bewacht. Der Weg über das Mittelmeer im Schlauchboot ist lebensgefährlich. Allein 2017 ertranken mehr als 3000 Menschen auf der Flucht. Deshalb bleiben viele Geflüchtete auf dem halben Weg nach Europa in Marokko hängen. Die meisten Geflüchteten leben in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Häufig werden sie von der lokalen Bevölkerung abgelehnt.
Schlimmer noch: Rassistische Gewalt und Anfeindungen gehören für sie zum Alltag, besonders in den Stadtvierteln, die unter sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit und Armut leiden.
Geflüchtete Frauen befinden sich in einer höchstprekären Lage: In der patriarchalen Gesellschaftsstruktur Marokkos werden sie nicht nur aufgrund ihrer Flucht, sondern auch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. Hier beginnt die Arbeit der EIRENE-Partnerorganisation FOO, die Perspektiven schafft und Vorurteile abbaut.

    Maßgeschneiderte Lösungen für gute Nachbarschaft

    Im Schneideratelier von FOO arbeiten nicht nur Geflüchtete, sondern auch Marokkanerinnen. In kollegialer Atmosphäre werden Vorurteile abgebaut und Solidarität entsteht. Gemeinsam werden Modenschauen und Messen organisiert und ein Online-Shop betrieben. Mit großem Erfolg: Die Kleider werden mittlerweile sogar in Europa verkauft. Neben dem Schneideratelier organisiert die Stiftung FOO noch viele weitere Aktionen, um die nachbarschaftlichen Beziehungen im Stadtviertel Yacoub El Mansour, in dem das Begegnungszentrum der Stiftung liegt, zu verbessern. Hand in Hand arbeiten Geflüchtete und benachteiligte Marokkaner_innen an wirtschaftlichem Aufschwung und einer inklusiven Kultur.

    So können Sie mithelfen:

    • Mit 30 Euro werden Stoffe gekauft, aus denen drei Kleider geschneidert werden.
    • 60 Euro decken die Studiomiete für eine 90 min. Radiosendung über das Leben von Geflüchteten.
    • 100 Euro tragen wesentlich dazu bei eine Modenschau zu organisieren.
    • 500 Euro kostet im Durchschnitt eine neue Nähmaschine in Rabat.

     

    Land/Region: Marokko, Rabat
    Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spendengelder EIRENE
    Lokaler Partner: marokkanische Nichtregierungsorganisation Fondation Orient-Occident (FOO)
    Ansprechperson bei EIRENE: Daniel Dejdouboum, djedouboum [at] eirene [dot] org

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    Video

    Vera hat einen Freiwilligendienst bei FOO gemacht, hier erzählt sie über ihre Erfahrung und zieht ein Fazit.

    Länder

    Marokko

    Mit Friedensdiensten in Marokko begann die Arbeit von EIRENE im Gründungsjahr 1957. Heute arbeitet EIRENE mit der Fondation Oreint Occident zusammen. Wir unterstützen Geflüchtete aus Afrika und dem Nahen Osten bei der Gestaltung eines menschenwürdigen Lebens und der Stärkung ihrer Identitäten.

    Menschen

    Emma Fee Telemann

    Hallo! Ich heiße Emma Fee Telemann und arbeite als Freiwillige bei FOO in Marokko.

    Lucy Mäge

    Hallo! Ich heiße Lucy Mäge und arbeite als Freiwillige bei FOO in Marokko.

    Themen

    Vertreibung stoppen- Geflüchtete stärken

    Not und Gewalt treiben Menschen in die Flucht – aus ihrem Haus, aus ihrer Stadt, aus ihrem Land. Auf dem Weg begegnen sie weiterer Not und Gewalt. Ob sie eine sichere Zuflucht erreichen, ist ungewiss.

    Rassismuskritik

    Das Bekämpfen von Rassismus gehört zum engagierten Entwicklungsdienst genauso wie zu den internationalen Friedensdiensten der Freiwilligen. Rassismuskritk ist für EIRENE ein integraler Bestandteil von Gewaltfreiheit.
    Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
    Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
    EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
    Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
    Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
    Christiane Bals, Lehrerin
    Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
    Tobias Schwab, Journalist
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