Ernteerträge steigern, Frieden gedeihen lassen im Niger

Erfolgreich gegen Hungerkrisen im Niger

Seit der Unabhängigkeit des Nigers 1960 hat sich dessen Bevölkerung versechsfacht. Heute leben in dem Land unterhalb der Sahara 20 Millionen Menschen. In Anbetracht der steigenden Bevölkerungszahlen und des Klimawandels stellt der Kampf gegen Hunger eine große Herausforderung dar. Dürre oder übermäßiger Niederschlag gefährden insbesondere den Hirseanbau. Entweder vertrocknen die Pflanzen oder die Samen werden durch Erosion weggeschwemmt.

Unsere Partnerorganisation ADROC berichtet uns, dass derzeit rund 2,3 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe im Niger angewiesen sind.

„Wir brauchen neue landwirtschaftliche Methoden, um unsere Ernten zu steigern und die Wüstenbildung aufzuhalten,“ sagt Yacouba Sawadogo. Er entwickelte die Agroforst-Methode, die Nahrungssicherheit ohne externe Hilfe ermöglicht.

Agroforst erhöht die Ernte

EIRENE schult zusammen mit der nigrischen Partnerorganisation ADROC Feldberater_innen in der Agroforst-Methode. Der neue Ansatz hat dazu geführt, dass sich die Hirseernte in den Projektgemeinden verdoppelt hat.
 
Der Schlüssel zum Erfolg: In einem kombinierten Verfahren wird sowohl Hirse gesäht als auch Akazienbäume gepflanzt – Agroforst. Die Bäume spenden Schatten, bieten Schutz vor Erosion und lassen den Grundwasserspiegel steigen. Hirsepflanzen haben so optimale Bedingungen zum Wachsen. Seit 2010 wurden im Projekt 10.000 Bäume gepflanzt, die Ausbreitung der Wüste wird so bekämpft.

Die Ausnahme zur Regel machen

Noch sind die neuen Anbaumethoden die Ausnahme in der nigrischen Landwirtschaft. Das gilt es zu ändern!
Mit Ihrer Unterstützung kann die Vernetzung und der Austausch zwischen Projektgemeinden vorangetrieben werden. Gegenseitige Besuche von Bäuer_innen und die Ausbildung von Feldberater_innen helfen, um das kombinierte Verfahren von Baumpflanzung und Hirseanbau weiter zu verbreiten.

Folgende Maßnahmen wurden bisher aus dem Selbsthilfefonds gefördert:

  • Feldarbeiter_innen beraten Familien und Gemeinden in der Agroforst-Methode.

  • Mit Hilfe von EIRENE-Spenden wurden Getreidebänke errichtet, in denen Hirse zur Prävention gegen Hungerkrisen gespeichert wird.

  • Die Ausstattung der Projektgemeinden mit Schaufeln und Hacken wird koordiniert.

  • Schulungen und Aktionspläne helfen das Wissen über die neue Methode fest in den Projekgemeinden zu verankern.

„Unsere Schulungen sind gut besucht und beliebt. Die Teilnehmenden lernen nicht nur mit großem Eifer die neuen Anbaumethoden, sie teilen auch ihr neues Wissen in ihren Gemeinden. Die Agroforst-Methode findet auf diese Weise viele Nachahmer_innen – ein großer Erfolg!“ -Tao Vairoukoye, EIRENE-Fachkraft bei ADROC im Niger.

 

Land/Region: Niger, Region Tera
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Eigenmittel EIRENE, Demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot (Berlin), Stiftung Natur-Mensch-Kultur.
Lokaler Partner: ADROC (Appui pour le Développement Rural des Organisations Communautaires), lokale NRO
Projektlaufzeit: 2009-2019

Ansprechpartner bei EIRENE: Daniel Djedouboum, djedouboum [at] eirene [dot] org

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Seit 1973 engagiert sich EIRENE im Niger für Selbstbestimmung. Wir haben viele Nigrer_innen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung qualifiziert. Deren Netzwerk ist eine gefragte Anlaufstelle für Mediation in gesellschaftlichen Konflikten geworden. Sie beugen der Radikalisierung von jungen Menschen vor.

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Warum gibt es Hunger auf dieser Welt? Wem gehört das Land? Wie sicher ist es, dass die Bauern und Bäuerinnen in einer Krisenregion die Ernte einfahren können? Wie wirkt sich der Klimawandel aus?
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