Ernteerträge steigern, Frieden gedeihen lassen in Niger und Burkina Faso

Erfolgreich gegen Hungerkrisen in Niger und Burkina Faso

Die Menschen in Niger und Burkina Fasoin leiden unter den Folgen des Klimawandels. Steigende Temperaturen und Mangel an Regen haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft in der Sahelzone. Lebensmittel werden knapp und Konflikte um Land und Wasser nehmen zu. EIRENE entwickelt zusammen mit lokalen Partnern innovative Anbaumethoden – Ernten steigen und friedliches Zusammenleben gelingt.

Die Auswirkungen der Klimakrise

Die beiden afrikanischen Binnenländer Niger und Burkina Faso haben mit die höchsten Geburtenraten der Welt. Ihre Bevölkerung wächst rasant. Gleichzeitig trifft die Klimakrise ihre Landwirtschaft massiv: Dürre oder übermäßiger Niederschlag gefährden insbesondere den Hirseanbau. Entweder vertrocknen die Pflanzen oder die Samen werden durch Erosion weggeschwemmt. Die Ausbreitung der Sahara-Wüste schreitet fort und bedroht die lebensnotwendigen Ackerflächen. Im Anbetracht der wachsenden Bevölkerung ist klar, es kann immer wieder zu Hungerkrisen kommen.

„Wir brauchen neue landwirtschaftliche Methoden, um unsere Ernten zu steigern und die Wüstenbildung aufzuhalten,“ sagt Yacouba Sawadogo, Träger des Alternativen Friedensnobelpreises 2018. Er entwickelte die Agroforst-Methode, die Nahrungssicherheit ohne externe Hilfe ermöglicht.

Agroforst erhöht die Ernte

EIRENE schult zusammen mit einem breiten Netzwerk an Selbsthilfeorganisationen Feldberater_innen in der Agroforst-Methode. Die Felberater_innen fungieren als Multiplikator_innen auf verschiedenen Ebenen. Sowohl im familiären Kontext und in ihren Dorfgemeinden, als auch in Selbsthilfeorganisationen und der kommunalen Verwaltung wird das Wissen über Agroforst durch sie promotet. Mit Erfolg: Der neue Ansatz hat dazu geführt, dass sich die Hirseernte in den Projektgemeinden verdoppelt hat.
 
Der Schlüssel zum Erfolg: In einem kombinierten Verfahren wird sowohl Hirse gesäht als auch Akazienbäume gepflanzt – Agroforst. Die Bäume spenden Schatten, bieten Schutz vor Erosion und lassen den Grundwasserspiegel steigen. Hirsepflanzen haben so optimale Bedingungen zum Wachsen. Seit 2017 wurden im Projekt über 12.000 Bäume gepflanzt, die Ausbreitung der Wüste wird so bekämpft.

Zai-Methode: Termiten sind die Regenwürmer der Wüste

Mit der innovativen Zai-Methode werden Ernteerfolge gefeiert. In den vertrockneten Boden werden halbmondförmige Kuhlen gehackt. Diese werden mit Laub, Dung und Asche gefüllt. Dieser Naturdünger liefert genügend Nährstoffe, damit Hirsepflanzen gut gedeihen können. Außerdem werden durch den Dung Termiten angelockt: Sie graben Kanäle in den verhärteten Boden und lockern ihn somit auf. Der Boden gewinnt an Wasserspeicherkapazität zurück. 

Steinwälle als Feldbegrenzungen: Einfach und effektiv

Aufgrund des Klimawandels nehmen Wetterextreme im Niger zu. Ganz konkret hat sich die Regenzeit in den letzten Jahren verkürzt und ist unberechenbarer geworden. Wenn es dann mal regnet, dann häufig soviel, dass der vertrocknete Boden die Wassermassen nicht aufnehmen kann - Starkregen. Anstatt in den Boden zu sickern, läuft der Regen sofort ab und überflutet Flussgebiete. Mit Steinwällen kann das Wasser daran gehindert werden zu schnell von den Äckern abzufliessen. Sie sind einfach errichtet und halten effektiv das Wasser zurück. So bleibt genügend Zeit, dass das Wasser tief in die Erde sickert und den Wasserspiegel steigen lässt.

Eine breite Allianz von Bäuer_innen

EIRENE fördert effektiv die Vernetzung von lokalen Selbsthilfeorganisationen. Dachverbände wurden gegründet, um die Interessen vieler Bäuer_innen besser zu bündeln. Gemeinsam vertreten die Dachverbände die Interessen der Landbevölkerung vor den nigrischen Behörden. Ihre Lobbyarbeit führt zu einer verbesserten Agrarpolitik und trägt wesentlich zur Armutsbekämpfung in den Projektregionen bei.

EIRENE weitet die Arbeit aus - Ernährungssicherheit für 4.600 Familien

Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der letzten Jahre in West-Niger hat EIRENE beschlossen ihre Arbeit auf die Regionen Filingue und Dosso in Niger sowie auf Dori in Burkina Faso auszuweiten.

Mit Ihrer Unterstützung kann die Vernetzung und der Austausch zwischen alten und neuen Projektgemeinden vorangetrieben werden. Gegenseitige Besuche von Bäuer_innen und die Ausbildung von Feldberater_innen helfen, um das kombinierte Verfahren von Baumpflanzung und Hirseanbau weiter zu verbreiten.

Folgende Maßnahmen werden durchgeführt:

  • Feldarbeiter_innen schulen Familien und Gemeinden in der Agroforst-Methode.

  • Mit Hilfe von EIRENE-Spenden wurden Getreidebänke errichtet, die genossenschaftliche Vermarktung von Hirse und anderen Feldfrüchten ermöglichen und effektiv gegen Hunger vorsorgen.

  • Schaufeln und Hacken werden angeschaft und an die Projektgemeinden verteilt.

  • EIRENE unterstützt Selbsthilfeorganisationen in der Erstellung von Aktionspläne. Diese verankern das Wissen über die neuen Anbaumethoden in den Projektgemeinden.

  • Gegenseitige Besuche von Selbsthilfeorganisationen fördern den Austausch.

Ihre Spende hilft!

  • Mit 40 Euro pflanzen Familien 80 Baumsetzlinge.
  • 60 Euro statten eine Gemeinde mit einem Set an Feldwerkzeugen (Hacken, Gießkannen) aus.
  • 100 Euro helfen für die Instandhaltung eines Getreidespeichers.
  • 300 Euro qualifizieren Multiplikatorinnen, die ihr Wissen in Fraueninitiativen weitergeben.

„Dank der Schulung von EIRENE sind wir bei Jambjoda in der Lage verdorrte Äcker wieder fruchtbar zu machen. Unsere Hirseernten sind gestiegen. Als erfolgreiche Frauen erhalten wir Respekt in unseren Gemeinden. Den nutzen wir, um die Situation  unserer Schwestern zu verbessern.“ – Kadri Ramata, Präsidentin der Selbsthilfeorganisation „Jambjoda“ in Largadi, Niger.

 

Land/Region: Niger, Region Filingue und Dosso; Burkina Faso, Region Dori
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Eigenmittel EIRENE, Demeter-Bäckerei Märkisches Landbrot (Berlin), Stiftung Natur-Mensch-Kultur.
Lokaler Partner: ADROC (Appui pour le Développement Rural des Organisations Communautaires), ein breites Netzwerk lokaler NGOs
Projektlaufzeit: 2019-2022

Ansprechpartner bei EIRENE: Daniel Djedouboum, djedouboum [at] eirene [dot] org

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Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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