Friedensförderung in Mali

Das internationale Friedensteam von ORFED bei einem Training zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung.

Eine gespaltene, von Gewalt geprägte Bevölkerung

Die Rebellion in Mali von 2012 gilt als einer der brutalsten Aufstände nach der Unabhängigkeit des Landes. Bis heute wurden die menschlichen und materiellen Schäden nicht ermittelt. Auch wenn dank der Friedensbemühungen tausende Binnenflüchtlinge nach und nach zurückkehren konnten, fordert die Krise bis heute viele Opfer. Im Januar 2017 wurden durch Selbstmordattentate etwa 100 Soldaten getötet, die meisten von ihnen stammten aus Mali. Es zeigt sich, dass die militärischen Operationen wenig zu einer Entspannung beitragen.

Für die Friedensbildung kommt erschwerend hinzu, dass die Bevölkerung der Region Gao gespalten ist zwischen denen, die 2012 mit den Besatzern kollaborierten, und den Opfern der Besatzung. Darüber hinaus ist ein Großteil der Jugend Gaos arbeitslos. Die sozialen und ethnischen Unterschiede zwischen den Nomaden (Tuareg, Araber und Fulbe) und der sesshaften Bevölkerung beinhalten weiterhin ein großes Konfliktpotenzial.

Gewaltfreie Friedensallianzen als wirksame Alternative

Zusammen mit ihrem langjährigen malischen Partner ORFED fördert EIRENE die Friedensbildung in Mali, vor allem in der Stadt Gao. Oberstes Ziel ist es, die Bevölkerung Gaos bei der gewaltfreien Bearbeitung von Konflikten zu unterstützen. Wichtigster Ansatz dabei ist die Förderung des Dialogs, der Versöhnung und des friedlichen Zusammenlebens zwischen den unterschiedlichen ethnischen und sozialen Gruppen.

Unterstützt von einer Friedensfachkraft von EIRENE arbeiten die Mitarbeiter des ORFED-Büros in Gao nun seit 2015 mit verschiedenen Zielgruppen. Dabei handelt es sich um Jugendverbände, Frauen in Führungspositionen, Schulleiter_innen, Eltern und Lehrer_innen. Workshops in gewaltfreier Konfliktbearbeitung, das Organisieren von Austauschtreffen und Dialogräumen sind einige der Aktivitäten.

Ein wichtiges Medium für die Versöhnungsarbeit sind die Lokalradios. Beispielweise trugen die laufenden Radiosendungen von ORFED dazu, dass im Februar 2016 eine gewaltsame Aktion gegen den ehemaligen Vizepräsidenten verhindert wurde. Über die Sendungen wurden Gerüchte entschärft und die Bevölkerung zur Gewaltfreiheit aufgerufen. EIRENE unterstützt ORFED in Mali bei der Ausbildung von Radiojournalisten.

Weitere Infos unter: https://www.ziviler-friedensdienst.org/de/mali-praevention

Land/Region: Mali, Region Gao
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Mittel des Zivilen Friedensdienstes (ZFD)
Projektlaufzeit: 2015-2021
Lokaler Partner: ORFED, malische Nichtregierungsorganisation: https://orfedmali.wordpress.com/nos-nouvelles/

Ansprechpartner bei EIRENE: Daniel Djedouboum, djedouboum [at] eirene [dot] org

Video

"Frieden kann nicht per Dekret erreicht werden" - Boniface Cisse im Interview über Mali

Länder

Mali

An einer geopolitisch wichtigen Migrations- und Handelsroute von Westafrika ans Mittelmeer gelegen ist Mali zunehmenden mit politischer Instabilität konfrontiert. EIRENE unterstützt Aktivitäten und Anwaltschaft lokaler Partner für gewaltfreies Handeln in einem Klima der zunehmenden Militarisierung.

Menschen

Themen

Gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Konflikte sind ein normaler Teil menschlichen Zusammenlebens. Oft weisen sie hin auf Ungerechtigkeiten oder ungelöste Probleme. Konflikte können eskalieren.
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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