Friedenspädagogik und Gewaltprävention in El Alto

Das Team von CHASQUI (hintere Reihe von links) Andreas Riemann, Rosmery Nina Calsina, Marius Busalt, Jorge Cruz Quispe, Santos Condori (vordere Reihe von links) Rodolfo Apolinar, Carmen Rosa Bitre

 

Alternative Bildungs- und Freizeitangebote für die Kinder und Jugendlichen El Altos

Die EIRENE-Partnerorganisation CHASQUI arbeitet mit indigenen Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien. Sie erhalten Zugang zu einem breitgefächerten Bildungs- und Freizeitangebot; dazu gehören Hausaufgabenhilfe, Theater-und Tanzkurse, Radioworkshops und eine Ausbildung als Schulmediatior_innen.

Das kulturelle Kommunikationszentrum CHASQUI (Centro de Comunicación Cultural Chasqui) befindet sich im Bezirk 4 der Stadt El Alto, 4000 Meter über dem Meeresspiegel; ein Ort der Extreme und Gegensätze. Der Ort geriet in Bolivien schon oft durch gewaltsam ausgetragene Konflikte in die Schlagzeilen. Die Mehrheit der Bevölkerung der Stadt gehört der Aymara-Kultur an. Die Stadt liegt oberhalb von La Paz auf der Hochebene, wächst nach wie vor stark und ist vom Leben und der Kultur der bolivianischen Migrant_innen und peruanischen Immigrant_innen geprägt.

Im CHASQUI wachsen starke Persönlichkeiten heran

Die Kinder und Jugendlichen, die sich mitunter täglich im CHASQUI aufhalten, bekommen dort die Möglichkeit, sie selbst zu sein, sich auszuprobieren, aktiv an Kulturveranstaltungen teilzunehmen, dem Alltag zu entfliehen und bei Bedarf, in geschützter Atmosphäre über Probleme und Erfahrungen in ihren Familien zu sprechen. Da viele unter den Folgen innerfamiliärer und sexueller Gewalt leiden, wird Wert daraufgelegt, mit dem Lehrpersonal der im Stadtteil gelegenen Schulen in Dialog zu treten, damit diese die Dringlichkeit der Situation erkennen, sich für das Thema Gewaltprävention sensibilisieren und im Schulkontext präventiv wirken können. Im Rahmen von Sensibilisierungsworkshops wird außerdem mit Eltern gearbeitet. Das im Jahr 2009 in Kraft getretene bolivianische Bildungsgesetz spricht sich explizit für die Einbindung friedenskultureller Inhalte in die Lehrpläne aus.

EIRENES Beitrag:

EIRENE unterstützt das CHASQUI finanziell und personell dabei, Workshops und Beratungsangebote zu den Themen Friedenskultur, Friedenspädagogik und Gewaltprävention an Schulen umzusetzen. Hierbei nutzen die Mitarbeitenden des CHASQUI ihre Expertise aus 30 Jahren Basisarbeit und die Verbindung von traditionellem Wissen mit modernen Techniken der gewaltfreien Konfliktbearbeitung.

Es lässt sich beobachten, dass die jungen Menschen der pädagogischen Friedensarbeit gegenüber weitaus aufgeschlossener sind als die Generation ihrer Eltern, die oft noch skeptisch ist und bis zum Jahre 2006 stark von sozialer Ausgrenzung betroffen war. Viele derjenigen, die ins CHASQUI kommen, wollen die Schatten der Vergangenheit abwerfen und partizipieren. Sie haben Zugang zu sozialen Medien, stellen interessante Fragen und suchen nach alternativen Lebensentwürfen und einer besseren Zukunft, in der sich Traditionelles und Modernes verbinden lässt.

Die EIRENE Friedensfachkraft unterstützt CHASQUI bei der konzeptionellen Weiterentwicklung der pädagogischen Friedensarbeit.

 

Land/Region: Bolivien/ El Alto

Finanzierung: ZFD/Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Lokaler Partner: Centro de Comunicación Cultural Chasqui - CHASQUI

Ansprechpartner bei EIRENE: Jürgen Kraus, kraus [at] eirene [dot] org

Länder

Bolivien

Das Land trägt seine Vielfalt bereits im Namen: Im Plurinationalen Staat Bolivien leben 36 indigene Völker mit ihren eigenen Sprachen und Kulturen zusammen. Frieden ist als Staatsziel in der Verfassung verankert, trotzdem werden politische Konflikte häufig gewalttätig ausgetragen.

Menschen

Themen

Friedenspädagogik

Viele Kinder und Jugendliche haben bereits gelernt, wie Gewalt funktioniert. Sie wissen, dass die Stärkeren siegen und welche Mittel dafür dienlich sind. Medien und auch das familiäre oder schulische Umfeld erzählen davon.
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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