Für Frieden in der Schule

Kreatives Theater gegen autoritäre Lehrer und Diskriminierung in der Schule. Da Strafen und Sanktionen kaum helfen Konflikte zu lösen, wird auf diese Art kreative Konfliktlösung erprobt.

Mit der Verabschiedung der neuen Verfassung in Bolivien (2009), wurde u.a. auch das neue Bildungsgesetz eingeführt, welches die Förderung einer Friedenskultur an allen Schulen vorschreibt. Die Realität in El Alto hängt dem jedoch noch weit hinter her. Das Leben von Kindern und Jugendlichen in Schulen ist häufig von Diskriminierung, autoritären Lehrer_innen und konfliktiven Beziehungen zwischen Schüler_innen geprägt. Beteiligung und Mitsprache der Schüler_innen ist nur in wenigen Schulen erwünscht und werden selten als wichtige persönlichkeitsbildende Eigenschaften anerkannt. Viele Lehrer_innen vermitteln den Lehrstoff nach dem traditionellen, frontalen Erziehungsmuster. Strafen und Sanktionen verhelfen den Kindern und Jugendlichen kaum Probleme zu lösen. Folgen sind häufig ein untergeordnetes, ängstliches oder agressives Verhalten der Schüler_innen, was sie bereits häufig in ihren Familien erlernt haben. Viele Kinder stammen aus Migrantenfamilien mit nur geringem Einkommen und müssen neben dem Schulbesuch durch Arbeit zum Lebensunterhalt beitragen. Gewalterfahrungen in den eigenen Familien sind für die Mehrheit der Kinder und Jugendliche selbstverständlich und wird als “natürlich” akzeptiert. Verständnis und persönliche Bedürfnisse werden sowohl in Familie als auch im Schulalltag wenig Bedeutung beigemessen. Damit das neue Bildungsgesetz umgesetzt werden kann und Schüler_innen Schule als einen konstruktiven Lebensraum erleben können, bedarf es tiefgreifender Veränderung in Werten, Verhalten und Kenntnissen der Direktor_innen und Lehrer_innen.

EIRENES BEITRAG:

Mit Unterstützung von EIRENE bildet das “Bolivianische Zentrum für Forschung und Bildungsaktionen – CEBIAE” Lehrer_innen und Schüler_innen von acht Schulen El Altos in konstruktiver Konfliktbearbeitung aus, schult sie in Gewaltprävention und Dialog und stellt Sicherheit und Teilnahme der Schüler_innen in den Mittelpunkt. Lehrer_innen und Schüler_innen bilden Arbeitsgruppen, die sich “harmonisches Zusammenleben” nennen. Durch Sensibilisierung und Aktionen vermitteln diese in ihren Schulen eine Friedenskultur, in der es darum geht, Konflikten positiv zu begegnen und eigene Regeln des Zusammenlebens im Klassenraum auszuarbeiten und umzusetzen. Das CEBIAE stärkt die Lehrerschaft darin, Austausch und Dialog innerhalb der Schulen zu gestalten und so gemeinschaftlich Schüler_innen vor Gewalterfahrungen zu schützen und sie in ihren persönlichen Bedürfnissen wahrzunehmen und zu fördern. Ziel ist es, dass diese Friedensarbeit von lokalen Bildungsakteuren aufgenommen wird und anderen Schulen El Altos als Impuls für Gewaltprävention und Sicherheit dient.

Projektdaten:

Land/Region: Bolivien/ El Alto

Finanzierung: Ziviler Friedensdienst aus Mitteln des BMZs

Kurzbeschreibung: Eine von Lehrer_innen neu gebildete Plattform erarbeitet einen friedenspädagogischen Bildungsplan und setzt ihn an sechs Schulen El Altos um. Durch Lobbyarbeit dient er anderen Schulen als Modell zur Verringerung von Gewalt an Schulen.

Lokaler Partner: Centro Boliviano de Investigación y Acción Educativas – CEBIAE. 1976 gegründete gemeinnützige ökumenische NRO mit Hauptsitz in La Paz. Arbeitsschwerpunkte sind die Verbesserung der Qualität im Bildungsbereich, Förderung von sozialer Teilhabe, Verringerung der Chancenungleichheit und Förderung der Menschenrechte.

Ansprechpartner bei EIRENE: Alexander Blessing, blessing [at] eirene [dot] org

Länder

Bolivien

Das Land trägt seine Vielfalt bereits im Namen: Im Plurinationalen Staat Bolivien leben 36 indigene Völker mit ihren eigenen Sprachen und Kulturen zusammen. Frieden ist als Staatsziel in der Verfassung verankert, trotzdem werden politische Konflikte häufig gewalttätig ausgetragen.

Themen

Friedenspädagogik

Viele Kinder und Jugendliche haben bereits gelernt, wie Gewalt funktioniert. Sie wissen, dass die Stärkeren siegen und welche Mittel dafür dienlich sind. Medien und auch das familiäre oder schulische Umfeld erzählen davon.
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