Honig: Kraftstoff für Emanzipation

Die Imkerinnen Petronila Polanco und Margarita Ordoñez Rodriguez aus der Gemeinde Guadalupe freuen sich über die neuen Bienenkästen

Die aktuelle Situation in Nicaragua

Politische Krisen führen in den meisten Fällen zum Rückgang der Wirtschaftsleistung und zur Verstärkung von Armut im Land. Und es trifft diejenigen am härtesten, die sowieso schon mit wenig auskommen müssen. So auch in Nicaragua: Seit Beginn der politischen Krise im April 2018 haben viele ihre Arbeit verloren, Löhne und Gehälter werden nicht oder verspätet gezahlt, die Arbeit von vielen Nichtregierungsorganisationen wurde verboten.

Landfrauen unter Druck

Wie kann ich Verantwortung tragen, wenn es meiner Familie am Lebensnotwendigsten fehlt? Diese Frage stellen sich nicaraguanischen Landfrauen jeden Tag. Schätzungen zu Folge leben mehr als die Hälfte von ihnen in Armut. Sie müssen mit weniger als 1  Dollar pro Tag auskommen.

Frauenkooperativen - Schwesterliche Solidarität und gestiegenes Einkommen

Die wirtschaftliche Eigenständigkeit ist das A und O, damit Frauen ihre Rechte einfordern können. Mit zwei lokalen Frauenrechtsorganisationen, ADIC und APADEIM, unterstützt EIRENE Frauen dabei Kooperativen zu gründen. Mit Erfolg: Anstatt Obst und Gemüse im Hausgarten nur für den Eigenbedarf anzubauen, produzieren viele Frauen jetzt auch für die lokalen Märkte. Und sogar international schaffen es die Kooperativen die Produkte ihrer Mitglieder gewinnbringend zu verkaufen.

Melipona-Honig schafft Perspektiven

Die Frauenkooperativen haben Imkerei als gute Einkommensquelle identifiziert. Honig erzielt nicht nur auf lokalen Märkten gute Preise, auch im benachbarten Costa Rica ist er aufgrund seiner antiseptischen und antibakteriellen Wirkung als Heilmittel gefragt. Die Kästen, in denen die Bienenvölker leben, sind leicht zu pflegen. Besonders Melipona-Honig ist aufgrund seines intensiven Geschmacks und seiner hohen Qualität noch gefragter als normaler Honig. Der Erlös aus zehn Bienenkästen versorgt eine Kleinfamilie einen Monat lang. Ein weiterer Vorteil: Melipona-Bienen haben keinen Stachel, die Landfrauen können also die Bienenkästen problemlos in ihre Hausgärten aufstellen. Ihre Kinder sind nicht gefährdet.

EIRENE's Beitrag:

EIRENE unterstützt ADIC und APADEIM bei der Gründung von neuen Kooperativen. Über die Kooperativen organisieren die Landfrauen den Verkauf des Honigs, nutzen Geräte und Räumlichkeiten gemeinsam und vergeben Kleinkredite. Schulungen in einfacher Buchführung, Vereinsführung sowie Persönlichkeitsstärkung führen zu langfristiger Verankerung ihrer Arbeit.

Unterstützungsbedarf:

  • Mit 50 Euro können fünf neue Bienenkästen aufgestellt werden.
  • 150 Euro ermöglichen fünf Frauen einer Kooperative an einer Weiterbildung zu Vermarktung teilzunehmen.
  • 280 Euro sind ein entscheidender Beitrag für den Erwerb eines Landtitels, der Frauen den Besitz von eigenem Land verbrieft.

„Wir sind stolz darauf, unser eigenes Land zu bewirtschaften. Als Kooperativenmitglieder kämpfen wir für alle Frauen, die unabhänig sein wollen.“ - Ivania Maritza Irías Tinoco und Verónica Ramos Andino aus der Gemeinde El Colorado.

Land/Region: Nicaragua, Departement Matagalpa
Projektlaufzeit: 2019 bis 2021
Finanzierung: BMZ, Eigenmittel des Partners, Spendenmittel EIRENE
Lokaler Partner: Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario (ADIC), Asociación para el Desarrollo Integral de la Mujer (APADEIM)
Ansprechpartner bei EIRENE: Tahirou Sy, sy [at] eirene [dot] org

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Länder

Nicaragua

Seit über 30 Jahren arbeitet EIRENE mit Organisationen in Nicaragua zusammen. Gemeinsam setzen wir uns für Menschenrechte und für ein gutes Leben für alle ein. Die Arbeit von Menschenrechtsverteidiger_innen wird zunehmend schwieriger. EIRENE unterstützt die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten.

Menschen

Themen

Ländliche Entwicklung

Warum gibt es Hunger auf dieser Welt? Wem gehört das Land? Wie sicher ist es, dass die Bauern und Bäuerinnen in einer Krisenregion die Ernte einfahren können? Wie wirkt sich der Klimawandel aus?
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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