Indigene Menschenrechtsverteidiger_ innen brauchen Ihre Unterstützung

Guadalupe Lacayo Posta, Rayci Wilson, Edelberto Palniston, Sayonara Simons und Florentino Taylor, Menschenrechtsverteidiger_innen von CEJUDHCAN.

Nicaragua: Landraub und Vertreibung stoppen - Indigene Gemeinden stärken

Seit den 1980er Jahren kam es an der Atlantikküste Nicaraguas immer wieder zu grausamer Gewalt. Die indigene Miskitu-Bevölkerung wird durch Siedler_innen (Colonos) bedroht, die sich ihrer Länder bemächtigen und Raubbau an der Natur betreiben. Wälder werden abgeholzt. Goldgräber verseuchen die Flüsse der Miskitu mit Quecksilber.

Ein starkes Netzwerk für Gewaltfreiheit

Das wirksamste Mittel gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner ist Solidarität und gute Organisation! So hat die EIRENE-Partnerorganisation CEJUDHCAN ein großes Netzwerk an Menschenrechtsverteidiger_innen entlang der Atlantikküste aufgebaut. Aktiv gehen sie gegen Straflosigkeit vor, begangene Verbrechen werden dokumentiert und einer internationalen Öffentlichkeit präsentiert. Mit Erfolg: 2016 hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte ein Urteil erlassen, dass den nicaraguanischen Staat verpflichtet die indigenen Gemeinden besser zu schützen.

Diese Verpflichtung wird bis heute nicht erfüllt. Die Stimmen der indigenen Bevölkerung werden im Dialogprozess noch nicht ausreichend gehört. So kann die Vermittlung zwischen den Siedler_innen, der Holzindustrie und den indigenen Gemeinden keinen  Erfolg haben. Die Arbeit von CEJUDHCAN ist daher gerade jetzt wichtig, denn immer wieder geschehen fürchterliche Verbrechen.

Rote Bereiche zeigen die Abholzung in Nicaragua ©Global Forest Watch

Gerüchten zu Folge profitieren mächtige Politiker_innen am Holzabbau der Siedler_innen mit. Deshalb werden indigene Familien nicht von Polizei und Justiz vor der Vertreibung geschützt. Fakt ist, dass Morde, Überfälle und Entführungen nicht aufgeklärt werden.

Die Entwicklungen der letzten Jahre verschlimmern die ohnehin schwierigen Lebensverhältnisse der Miskitu-Bevölkerung. Armut, Arbeitslosigkeit und geringe Bildungschancen bestimmen ihre Leben. EIRENE unterstützt CEJUDHCAN im Kampf für Menschenrechte durch Beratung und finanzielle Mittel.

Lottie Cunningham Wren, Präsidentin von CEJUDHCAN

Die Menschenrechtsverteidiger_innen schützen die Miskitu-Gemeinden, in dem sie ...

  • begangene Verbrechen der Siedler_innen fotografisch dokumentieren und Zeugenaussagen aufnehmen.
  • diese Beweise an nationale und internationale Gerichte und Behörden weiterleiten, um Strafverfolgung zu erreichen.
  • Betroffene von Gewalt und Vertreibung juristisch begleiten und psychosozial unterstützen.
  • Methoden der gewaltfreien Konfliktlösung lernen, anwenden und weitergeben.
  • an Trainings teilnehmen, um ihre persönliche und die Sicherheit ihrer Gemeinden zu erhöhen.
Carmen Sánchez in ihrem Hausgarten in der Gemeinde Saklin.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Hunger in den indigenen Dörfern, da die Siedler_innen die Zufahrtswege zu den Feldern der Dörfer gewaltsam blockierten. Die Miskitu-Familien konnten ihr Gemüse und ihre Früchte nicht ernten. Dank CEJUDHCAN legen sie jetzt Hausgärten in ihren Dörfern an. Zudem lernen sie, wie sie ihre Gärten ökologisch und nachhaltig bewirtschaften können. „Wir brauchen einen langen Atem im Streit mit den Siedler_innen,“ erklärt Carmen Sánchez aus der Gemeinde Saklin. „Die Hausgärten helfen uns zu überleben und so können wir uns weiter gegen die illegalen Eindringlinge wehren.“

Bitte helfen Sie Menschenrechtsverteidiger_innen mit einer Spende:

  • Mit 30 Euro decken Sie die Fahrtkosten und die Verpflegung für eine Person für einen Workshop zu gewaltfreier Konfliktlösung.
  • Mit 70 Euro ermöglichen Sie ein zweitägiges Sicherheitstraining für eine_n Menschenrechtsaktivist_in.
  • Mit 120 Euro werden 50 Frauen darin geschult nachhaltige Hausgärten anzulegen und erhalten Saatgut.
  • Mit 500 Euro leisten Sie einen großen Beitrag, um die Aktivist_innen von einem guatemaltekischen Sicherheitsexperten schulen zu lassen.

Land/Region: Nicaragua, Atlantikküste
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spendengelder EIRENE
Lokaler Partner: Nicaraguanische Nichtregierungsorganisation Centro por la Justicia y Derechos Humanos de la Costa Atlántica de Nicaragua (CEJUDHCAN)
Projektlaufzeit: 2019-2022
Ansprechperson bei EIRENE: Tahirou Sy, sy [at] eirene [dot] org

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