Kinder stärken in El Alto

Schüler_innen der Elizardo Pérez-Schule in El Alto lernen im Rahmen eines Präventionskurses zu sexualisierter Gewalt spielerisch ihre Rechte kennen und wie sie diese einfordern können. Dazu wird ein von SEPAMOS entwickeltes Bingo-Spiel eingesetzt.

Gewaltprävention und Schutz von Kindern und Jugendlichen in Bolivien.

Gewalt und Missbrauch gehören für viele Kinder und Jugendliche in El Alto zum Alltag. 2016 meldeten staatliche Stellen in El Alto 220 Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. Allein im Januar 2017 wurden 47 Fälle von Kindesmisshandlung registriert. Zunehmend sind auch Kleinkinder betroffen.

Diese Situation ist nicht neu. Schon vor 20 Jahren veranlasste sie die Soziologin Jaquelin Butrón, das Kinderrechtszentrum SEPAMOS zu gründen. Ihr Ziel damals wie heute: Alle Kinder sollen ohne Gewalt aufwachsen können! Gemeinsam mit Eltern, Lehrer_innen, Jugendämtern sowie Betroffenen kämpft sie für die Rechte und den Schutz der Kinder. Mit Erfolg, denn das Zentrum ist mittlerweile ein landesweites Referenz- und Vorzeigeprojekt geworden. Staatliche Stellen nutzen zunehmend die Präventionskurse des Zentrums, da ihnen ausgebildete Mitarbeiter fehlen. Im Bereich der Therapie ist das Zentrum derzeit die einzige nichtstaaatliche Anlaufstelle, die kostenlose, umfangreiche Hilfe für betroffene Kinder leistet.

Maßnahmen und Aktivitäten:

  • EIRENE unterstützt SEPAMOS finanziell und personell dabei, den integrativen Ansatz der Gewaltverhinderung umzusetzen. Mit allen Beteiligten - Eltern, Lehrkräfte, Erzieher_innen, Schüler_innen, Jugendämtern und Justizvertretern - wird an Lösungen gearbeitet, um sexuellen Missbrauch zu verhindern. Besonderer Schwerpunkt liegt in der Präventionsarbeit an Schulen, denn Kinder mit Gewalterfahrung brechen sehr häuftig die Schule ab. 
  • Neben der Prävention von Gewalt erfahren Betroffene direkte Hilfe in den eigenen Therapieräumen von SEPAMOS. Dort arbeiten ausgebildete Psycholog_innen und Sozialarbeiter_innen sowie ein Anwalt, der Betroffenen hilft Missbrauchsfälle vor Gericht zu bringen.
  • 210 ehrenamtliche Multiplikator_innen werden ausgebildet, die auf einzelne Stadtteile verteilt sind. Die Multiplikator_innen sprechen Familien über die Beratungsmöglichkeiten von SEPAMOS an, sie begleiten von Gewalt Betroffene zu Polizeistationen oder Gesundheitszentren, leisten Beistand in den Familien oder vermitteln Kontakte zu Einrichtungen, die schnell und unkompliziert Hilfe anbieten.
  • In Kindertagesstätten werden Erzieher_innen im Erkennen von Missbrauchsfällen, um Umgang mit betroffenen Kinder und in Präventionsmaßnahmen mit den Eltern geschult.
  • Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, um die Bevölkerung gegen sexuellen Missbrauch und für Kinderrechte zu sensibilisieren und aufzuklären.

Insgesamt erreicht das Projekt rund 2.200 Kinder unmittelbar. Hinzu kommen 2.100 Beteiligte aus dem familiären und staatlichen Umfeld..

Für die Unterstützung der Arbeit von SEPAMOS ist EIRENE auf private Spendengelder angewiesen.

Beispiele, wie Sie helfen können:

  • Für 50 Euro kann Sepamos eine psychotherapeutische Einzelbehandlung eines Kindes anbieten.
  • 65 Euro sind der durchschnittliche halbljährliche Bedarf für Malstifte, Broschüren, Plakate und anderes pädagogisches Material bei, dass für die Präventionsarbeit an Schulen notwendig ist.
  • 150 Euro sind ein wesentlicher Beitrag für die Einrichtung von weiteren, dringend notwendigen Therapieräumen.

Land/Region: Bolivien, El Alto
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Kindermissionswerk Aachen, Eigenmittel Partnerorganisation, Spendenmittel EIRENE
Lokaler Partner: SEPAMOS, bolivianische Nichtregierungsorganisation http://www.sepamosbolivia.org/
Ansprechpartner bei EIRENE: Alexander Blessing, blessing [at] eirene [dot] org

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Länder

Bolivien

Das Land trägt seine Vielfalt bereits im Namen: Im Plurinationalen Staat Bolivien leben 36 indigene Völker mit ihren eigenen Sprachen und Kulturen zusammen. Frieden ist als Staatsziel in der Verfassung verankert, trotzdem werden politische Konflikte häufig gewalttätig ausgetragen.

Themen

Friedenspädagogik

Viele Kinder und Jugendliche haben bereits gelernt, wie Gewalt funktioniert. Sie wissen, dass die Stärkeren siegen und welche Mittel dafür dienlich sind. Medien und auch das familiäre oder schulische Umfeld erzählen davon.
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