Koranschulen fördern Friedensbildung

Koranschulen fördern insbesondere den Bildungszugang für Mädchen

Staatliches Bildungssystem erreicht die Kinder nicht

Die staatlichen Schulen in Niger sind unzureichend ausgestattet und erreichen einen Großteil der Kinder nicht. 2015 konnten 59 Prozent der bei über 14-Jährigen nicht lesen und schreiben, bei Mädchen ist die Zahl noch höher. (BMZ-Länderseite). Selbst Kinder, die eine staatliche Schule besuchen können, verlassen diese oft ohne richtig Lesen und Schreiben gelernt zu haben.

Neben der unzureichenden schulischen Infrastruktur spielt aber auch die Ungleichbehandlung der Geschlechter mit in die hohe Analphabetismusquote hinein. Eltern sehen oft keine Notwendigkeit, in die schulische Bildung von Mädchen zu investieren.

Koranschulen bieten im Vergleich zu den staatlichen Schulen einige Vorteile, die ihnen ein hohes Potential für die Verbesserung der Schulbildung von Mädchen verleihen: Sie existieren selbst in den kleinsten Ansiedlungen, so dass die Schulwege kurz sind, ihr Besuch ist kostenlos, und die religiös motivierten und ehrenamtlich arbeitenden Lehrer genießen hohes Ansehen und Vertrauen in der Bevölkerung. Deshalb haben selbst konservative Eltern oder Ehemänner selten etwas dagegen einzuwenden, dass ihre Töchter bzw. Ehefrauen eine Koranschule besuchen.


Projektziele:

Insgesamt 10.000 Kinder, insbesondere Mädchen, in 57 Koranschulen erhalten Zugang zu einer schulischen Grundbildung, die sie zu mündigen Bürgern der nigrischen Gesellschaft macht und ihnen neue Lebensperspektiven bietet.

Dazu fördert EIRENE in Zusammenarbeit mit Koranschulen im Projekt PAPEC („Appui Pédagogique aux Ecoles Coraniques’’) die Alphabetisierung und Friedenserziehung von Kindern. Kernstück ist dabei die Verwendung der den Schüler_innen aus dem Koranunterricht bekannten arabischen Schriftzeichen zur Alphabetisierung der Schüler_innen in ihren Muttersprachen.

 

Maßnahmen:

  • Konzeption und Produktion von Lehr- und Kinderbüchern mit arabischen Schriftzeichen in den Muttersprachen der Schüler_innen

  • Übersetzung von Schulbüchern in die Muttersprachen mit arabischer Schrift

  • Erweiterung der Lehrpläne, um neben religiösen Themen auch eine breite Allgemeinbildung zu vermitteln

  • Sensibilisierung der Lehrer_innen gegen körperliche Gewalt, Pädagogik-Fortbildungen für insgesamt 150 Lehrer_innen

  • Verbesserung der Schulinfrastruktur (Latrinen, Wasserzugang und Waschgelegenheiten)

 

So können Sie mithelfen:

  • Insbesondere fehlen Lehr- und Lesebücher in den verschiedenen Muttersprachen der Schüler_innen. Insgesamt sollen 10.000 Kinder in 57 Schulen mit Schulbüchern ausgestattet werden. Dafür werden pro Schule durchschnittlich 1.400 Euro benötigt.

  • Um die Hygiene zu verbessern, soll in allen Schulen der Zugang zu Wasser verbessert und Waschgelegenheiten eingerichtet werden. Dies kosten 200 Euro pro Schule.

  • Weiterhin fehlen Tafeln, Stifte, Sitzmatten und Hefte. 100 Euro pro Schule stellen eine Grundausstattung sicher.

 

Land/Region: Niger, Tera, Say, Maradi,
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Eigenmittel EIRENE
Lokaler Partner: Programme d’Appui Pédagogique aux Écoles Coraniques (PAPEC, Programm zur pädagogischen Unterstützung von Koranschulen)
Projektlaufzeit: 2009-2019
Ansprechperson bei EIRENE: Daniel Djedouboum, djedouboum [at] eirene [dot] org

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Länder

Niger

Seit 1973 engagiert sich EIRENE im Niger für Selbstbestimmung. Wir haben viele Nigrer_innen in gewaltfreier Konfliktbearbeitung qualifiziert. Deren Netzwerk ist eine gefragte Anlaufstelle für Mediation in gesellschaftlichen Konflikten geworden. Sie beugen der Radikalisierung von jungen Menschen vor.

Themen

Friedenspädagogik

Viele Kinder und Jugendliche haben bereits gelernt, wie Gewalt funktioniert. Sie wissen, dass die Stärkeren siegen und welche Mittel dafür dienlich sind. Medien und auch das familiäre oder schulische Umfeld erzählen davon.

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