Land und Rechte für nicaraguanische Frauen

Estavena Galeono hat mit Hilfe der FEM einen Landtitel erwerben können.

Landwirtschaftliche Frauenkooperativen bieten Zugang zu Land und Krediten

Im ländlichen Nordwesten Nicaraguas leidet die Bevölkerung unter einer unsicheren Ernährungssituation und schlechten Wohnbedingungen. Die Menschen haben oftmals keinen Zugang zu Wasser, sozialer Versorgung und Bildung. Frauen, Kinder und Jugendliche sind besonders betroffen, da sie in der patriachalisch geprägten Gesellschaft von Männern dominiert werden. Aufgrund dieses traditionellen Machtgefüges besitzen die Frauen oft kein Land, auf dem sie genügend Feldfrüchte für die Versorgung der Familien anbauen können. Kaffee-Monokulturen, extensive Viehhaltung und veraltete Agrartechnologie führen verstärkt durch den Klimawandel zu einer Verknappung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Die Fundación Entre Mujeres (FEM) fördert landwirtschaftliche Frauenkooperativen und ermöglicht Landfrauen den Zugang zu eigenem Land und Krediten. Sie schult die Frauen im organischen Gemüse- und Maisanbau sowie in der Vermarktung ihrer Produkte. Weiterhin wird die Bewässerungsinfrastruktur ausgebaut, um Trockenzeiten zu überbrücken. Durch eine Aufstockung des bestehenden Kreditfonds können mehr Frauen in die Verarbeitung ihrer Produkte (Honig, Kaffee, Hibiskus-Marmelade, -Tee, -Wein) investieren und dadurch ein erhöhtes Einkommen erzielen. Weiterbildungsmaßnahmen zu Geschlechtergerechtigkeit und die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche stehen im Vordergrund.

EIRENES Beitrag: 

Seit 2009 arbeitet EIRENE mit der FEM zusammen, um die Rolle der Landfrauen und ihre Beteiligung in politischen, sozialen und wirtschaftlichen Prozessen in 16 Gemeinden zu stärken. EIRENE fördert Fortbildungen, den Erfahrungsaustausch und die Diversifikation organischer Produktion durch Gemüse- und Getreideanbau. Dies bewirkt eine Erhöhung der Ernährungssicherheit, einen verbesserten Umweltschutz und eine Steigerung der Produktions-, Verkaufs- und Unternehmerinnenzahlen. Eine EIRENE-Fachkraft berät die Frauenkooperativen in der Selbstverwaltung.

Unterstützungsbedarf:

  • Für 20 Euro können neue Gemüsesorten und Pflanzmaterial gekauft werden, die die Nahrungsmittelvielfalt erweitern und zu einer gesünderen Ernährung beitragen.
  • 50 Euro sind ein wichtiger Beitrag für die Anschaffung von wassersparenden Mikrobewässerungsanlagen für häufige Trockenzeiten.
     
  • Mit 100 Euro kann ein Teil der Bildungsmaßnahmen im Bereich der Vermarktung und Weiterverarbeitung der Produkte sowie im ökologischen Anbau durchgeführt werden.
  • 150 Euro reichen für Kampagnenmaterial, um mit Aktionen in der Öffentlichkeit auf die Benachteiligung der Frauen aufmerksam zu machen.
  • Mit 200 Euro kann der Kleinkreditfonds entscheidend aufgestockt werden.

Land/Region: Nicaragua, Estelí
Finanzierung: BMZ, Eigenmittel des Partners, Spendenmittel EIRENE
Lokaler Partner: Fundación entre Mujeres (FEM)
Ansprechpartner bei EIRENE: Alexander Blessing, blessing [at] eirene [dot] org

Länder

Nicaragua

Seit über 30 Jahren arbeitet EIRENE mit Organisationen in Nicaragua zusammen. Gemeinsam setzen wir uns für Menschenrechte und für ein gutes Leben für alle ein. Die Arbeit von Menschenrechtsverteidiger_innen wird zunehmend schwieriger. EIRENE unterstützt die gewaltfreie Bearbeitung von Konflikten.

Themen

Ländliche Entwicklung

Warum gibt es Hunger auf dieser Welt? Wem gehört das Land? Wie sicher ist es, dass die Bauern und Bäuerinnen in einer Krisenregion die Ernte einfahren können? Wie wirkt sich der Klimawandel aus?

Transparenz und Teilhabe

Wer verdient am Goldabbau in Mali und im Kongo? Wie können Bergbauunternehmen ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden? Welche Dorfentwicklung ist nötig für die Zeit nach dem Goldrausch?

Gendergerechtigkeit

EIRENE lehnt als Organisation jede Form von Machtmissbrauch und Diskriminierung ab, sei es aufgrund von Gender, sexueller Orientierung, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Hautfarbe.