Marokko: Geflüchtete erheben ihre Stimme

Issak Ebanda und Fatima Azzahra Benaddi vor dem Eingang der Fondation Orient-Occident (FOO) in Rabat. Der Medizinstudent Issak Ebanda arbeitet dort als Klavierlehrer, Fatima Azzahra Benaddi ist am Empfang tätig.

"Ob Marokko mein zu Hause ist? Ich fänd es schön wenn es so wäre!" Frank Nama arbeitet für das F Radio in Rabat, Marokkos Hauptstadt. Das Land im Norden Afrikas ist in den letzten Jahren verstärkt zum Ziel- und Transitland für Migration und Flucht geworden. 

Wie baut man eine neue Heimat?

Die Migrant_innen und Geflüchteten kommen entweder aus der Subsahara-Region oder aus dem arabischen Raum. Häufig ohne Geld und teilweise ohne Sprachkenntnisse stehen sie vor der großen Herausforderung in Marokko eine neue Heimat aufzubauen. Das ist nicht leicht. Immer wieder kommt es zur rassistischen Gewalt und Anfeindungen. Viele Migrant_innen werden auf dem Arbeitsmarkt ausgebeutet, haben keine Arbeitnehmer_innenrechte und leben in einem gefährlichen Zustand der Rechtslosigkeit.

Oase des Friedens

Die EIRENE-Partnerorganisation Foundation Orient Occident hat ihr Zentrum in Rabat und Zweigstellen im ganzen Land. Es ist der Ort für Geflüchtete sich eine neue Existenz aufzubauen. Hier werden ihre Rechte gewahrt und ihre Würde geschützt.

  • Das F Radio ist der einzige migrantische Radiosender für ganz Marokko.
  • Regelmäßige Sendungen informieren über die Rechte von Geflüchteten und bringen Rechtsverstöße gegen sie an die Öffentlichkeit.
  • Gäste werden eingeladen, die darüber berichten, welche Bildungangebote für Migrant_innen zur Verfügung stehen und wo am besten Arbeit zu finden ist.
  • In wöchentlichen  Radiosendungen werden soziale Probleme in Rabat zwischen Marokkaner_innen und Geflüchteten diskutiert. Die Zuhörer_innen beteiligen sich rege am Programm. Die Moderator_innen vermitteln dank  ihrer Schulung in Friedensjournalismus bei Streit, gemeinsam entsteht ein friedliches Miteinander.
  • Lesen Sie das ganze Interview mit dem Radiomoderator Frank Nama hier.
  • Migrant_innen lernen in der FOO Kunsthandwerk zu fertigen.
  • Die FOO betreibt den African Market. Dort verkaufen Migrant_innen Schmuck, Lebensmittel und Seifen verkaufen.
  • Sie erhalten regelmäßige Einnahmen und knüpfen Kontakte zu Marokkaner_innen.
  • Die FOO ist bekannt für ihr breites Kulturprogramm, das über Kulturgrenzen hinweg Menschen verbindet.
  • Kinder und Jugendliche besuchen die FOO-Musikschule. Dort lernen sie Notenlesen und proben für Auftritte.
  • Die FOO hat ein Tanzstudio. Dort proben regelmäßig Gruppen afrikanische Tänze.
  • Einmal im Jahr wird das Festival Rabat Africa organisiert auf dem afrikanische Kultur vor einem breiten Publikum zelebriert wird.
  • "Mozart in Marokko" - Lesen Sie den Blogeintrag über den FOO-Kulturbetrieb.
  • Die FOO hat einen eigenen Kindergarten für die Kinder von Migrant_innen und Geflüchteten.
  • Neben der pädagogischen Betreuung erhalten die Kinder auch warme Mahlzeiten.
  • Die Kinder lernen von den Erzieher_innen die arabische Sprache.

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Mit Friedensdiensten in Marokko begann die Arbeit von EIRENE im Gründungsjahr 1957. Heute arbeitet EIRENE mit der Fondation Oreint Occident zusammen. Wir unterstützen Geflüchtete aus Afrika und dem Nahen Osten bei der Gestaltung eines menschenwürdigen Lebens und der Stärkung ihrer Identitäten.

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Friedensjournalismus

Medien sind ein starkes Instrument zur Beeinflussung von Politik und Gesellschaft. Sie können entweder als Kriegstreiber wirken oder den Frieden fördern.

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Die unantastbare Würde des Menschen und seine Teilhabe an wichtigen Entscheidungen sind in den Menschenrechten verankert. Der Einsatz für die Rechte Benachteiligter trifft häufig auf den Widerstand der Mächtigen.

Vertreibung stoppen- Geflüchtete stärken

Not und Gewalt treiben Menschen in die Flucht – aus ihrem Haus, aus ihrer Stadt, aus ihrem Land. Auf dem Weg begegnen sie weiterer Not und Gewalt. Ob sie eine sichere Zuflucht erreichen, ist ungewiss.
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
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