Marokko: Migrant_innen unterstützen

Mbula Kunda Mariam und Solange Lusamba haben trotz Corona-Krise gute Perspektiven.

Die Corona-Krise ist für Migrant_innen lebensbedrohlich

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde dem öffentlichen Leben in Marokko im März ein massiver Lockdown verordnet. Er hat Migrant_innen besonders hart getroffen. Sie verdingen sich als Straßenhändler_innen oder Betteln an Ampelkreuzungen. Beides ist nicht mehr möglich: Strassenhandel ist zurzeit verboten und viele Menschen öffnen aus Angst vor Corona ihre Autofenster nicht mehr.

„Wir werden nicht am Coronavirus sterben, aber am Hunger“ so der Aufschrei unter den Migrant_innen Marokkos. Die Leiterin der EIRENE-Partnerorganisation Fondation Orient-Occident (FOO) Yasmina Filali kennt die Situation von ihnen gut: „Sie leben auf engstem Raum, haben keine Lebensmittelvorräte und sind abgeschnitten von ärztlicher Versorgung. Auch wenn erste Lockerungen in Sicht sind, die Wirtschaftskrise und der ausbleibende Tourismus haben fatale Auswirkungen auf Migrant_innen. Deshalb hat die FOO zusammen mit EIRENE schnell und unbürokratisch gehandelt.“ Es wurde eine Hotline mit einem breiten Beratungsangebot eingerichtet. In der Schneiderwerkstatt erwirtschaften sich Migrantinnen ein Einkommen, jetzt und auch nach der Corona-Krise. Die von der FOO betriebene Radiostation informiert über Schutzmaßnahmen gegen das Virus und die aktuelle Situation im Land.
Bitte unterstützen Sie diese wichtigen Maßnahmen mit Ihrer Spende!

Die FOO hat eine Hotline eingerichtet und betreibt eine eigene Radiostation, die von EIRENE-Spenden finanziert wird. Hier erfahren täglich über 500 Migrant_innen:

  • wo Lebensmittel oder Essensgutscheine für sie ausgeteilt werden.
  • wo sie ärztlich behandelt werden können.
  • welche Hygienmaßnahmen wichtig sind, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.
  • wie sie ihre Mietkosten von der FOO erstattet bekommen können.

Für viele Geflüchtete ist Marokko eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Europa, doch die Grenzzäune im Norden Marokkos werden militärisch bewacht. Die Überfahrt nach Europa in überfüllten Booten ist lebensgefährlich.

Deshalb entscheiden sich viele dafür Marokko zu ihrer neuen Heimat zu machen! Doch auch das ist eine Herausforderung. Denn häufig werden sie von der lokalen Bevölkerung abgelehnt. Schlimmer noch: Rassistische Gewalt und polizeiliche Übergriffe gehören für sie zum Alltag. Auf dem Arbeitsmarkt werden sie gezwungen illegal und ohne Arbeitsschutz tätig zu sein, oder sie finden keine Anstellung. Die EIRENE-Partnerorganisation FOO arbeitet seit Jahren daran, die Lebensumstände für Geflüchtete und Migrant_innen durch Beschäftigungsprogramme und Aufklärungskampagnen zu verbessern.

Die hauseigene Schneiderei der FOO hat auf die Krise reagiert. Normalerweise wird hier für das Modelabel Migrants du Monde produziert, jetzt wurde auf die Herstellung von Atemschutzmasken umgeschwenkt. Die Käufer sind internationale Organisationen, die diese wiederum kostenlos verteilen.

Die Schneiderin Mbula Kunda Mariam behält so in der Corona-Krise ihr Einkommen und kann sich und ihre Familie versorgen. „Mir wurden von der FOO zu Anfang der Pandemie Lebensmittel und Hygieneartikel geliefert. Mit der Produktion von Masken verdiene ich jetzt meinen Lebensunterhalt. Wenn die Pandemie vorbei ist behalte ich meine Arbeit und nähe wieder Kleider.“

Land/Region: Marokko, Rabat
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spendengelder EIRENE
Lokaler Partner: marokkanische Nichtregierungsorganisation Fondation Orient-Occident (FOO)
Ansprechperson bei EIRENE: Daniel Dejdouboum, djedouboum [at] eirene [dot] org


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