Starke Nachbar_innen fördern Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Projektmitarbeiter Bilal Almasri erklärt die "Diskriminierungstreppe"

In den letzten Jahren sind in Neuwied und Umgebung viele Menschen aus Syrien, Afghanistan, Sudan, Iran, Somalia und anderen Ländern angekommen. Das Ende der Flucht bedeutet für sie erstmal Sicherheit, doch es stellt die Geflüchteten und die, die sie aufnehmen, vor viele neue Herausforderungen. Konflikte sind dabei unvermeidbar. Wichtig ist es sie zu identifizieren, und mit ihnen richtig  umzugehen. Die Starke Nachbar_innen bringen Menschen mit und ohne Fluchtbiografie in Workshops und Dialogveranstaltungen zusammen. Sie lernen sich gegenseitig kennen, bauen Vorurteile ab und tauschen sich über Religion und Kultur aus.

Integration geschieht nicht im Vorbeigehen und gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von alleine. Es zeigt sich, dass trotz einer eigenen Wohnung und einem guten Sprachniveau viele Geflüchtete am Rande der Gesellschaft leben. In Workshops und Seminare finden sie Motivation sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Starke Nachbar_innen bauen dauerhafte Beziehungen zwischen Geflüchteten und Menschen, die bereits länger in Neuwied und Umgebung leben, auf. Gemeinsam sprechen sie über Herausforderungen und Probleme bei der Integration:

  •     Die deutsche Arbeitswelt ist voller Eigenheiten. Wie spreche ich ein Problem an? Wie gehe ich mit Vorgesetzen um? Im Projekt wird praktisches Wissen vermittelt.
  •     Das Projekt fördert interkulturelles Verständnis: In anderen Kulturen besuchen sich Nachbar_innen ohne Vorankündigung. Das kann in Deutschland zu Problemen führen.
  •     Arbeit mit Eltern: Was kann man tun, wenn das eigene Kind in der Schule als „Asylant“ beschimpft wird? Wir unterstützen deutsche und nicht-deutsche Eltern darin, gemeinsam   gegen Diskriminierung vorzugehen.

Alle profitieren!

Mit dem Projekt leistet EIRENE einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben und fördert die Integration von Geflüchteten. Konflikte, die zuvor die Integration gehemmt haben, können jetzt gelöst werden. So werden aus Geflüchteten aktive Mitbürger_innen, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen.

 

 

 

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Region: Neuwied und Umgebung (Rheinland-Pfalz)

Finanzierung: Eigenmittel EIRENE

Kofinanzierung: Asyl- und Migrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union, Land Rheinland-Pfalz, Evangelische Kirche im Rheinland

Kooperationspartner: Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenkreis Wied

Projektlaufzeit: 01.01.2020 - 30.06.2022

Ansprechpartnerin bei EIRENE: Kirsten Steinhoff-Fahadi, steinhoff [at] eirene [dot] org

 

Video

Der Start in ein neues Leben in Deutschland ist für Geflüchtete nicht einfach. Das Projekt setzt hier an und hilft bei Konflikten, die die Integration hemmen.

Länder

Deutschland

30 Jahre nach der gewaltfreien Wiedervereinigung ist die Spaltung der Gesellschaft in Deutschland sichtbar. Rassismus ist politikfähig. Trotz Energiewende wird Braunkohle gefördert und Atomkraft produziert. Rüstung wird in Krisenländer exportiert. Welchen Widerstand, welche Alternativen braucht es?

Themen

Rassismuskritik

Das Bekämpfen von Rassismus gehört zum engagierten Entwicklungsdienst genauso wie zu den internationalen Friedensdiensten der Freiwilligen. Rassismuskritk ist für EIRENE ein integraler Bestandteil von Gewaltfreiheit.

Gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Konflikte sind ein normaler Teil menschlichen Zusammenlebens. Oft weisen sie hin auf Ungerechtigkeiten oder ungelöste Probleme. Konflikte können eskalieren.

Vertreibung stoppen- Geflüchtete stärken

Not und Gewalt treiben Menschen in die Flucht – aus ihrem Haus, aus ihrer Stadt, aus ihrem Land. Auf dem Weg begegnen sie weiterer Not und Gewalt. Ob sie eine sichere Zuflucht erreichen, ist ungewiss.
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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