STOP - Keine sexualisierte Gewalt an geflüchteten Frauen!

Teilnehmer_innen des Trainings für Modellpaare sind bereit für einen positiven Wandel!

Uganda: Nach der Flucht bleibt die Unsicherheit

Menschen aus dem Kongo suchen Zuflucht im benachbarten Uganda. In ihrer Heimat tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg zwischen bewaffneten Gruppen und der Regierung. Sie kommen in das Camp Kyaka II im Süden Ugandas an. Doch vorallem für Frauen   und Mädchen bedeutet das Ankommen im Camp noch lange keine Sicherheit...

Die Vereinten Nationen haben 2018 eine Warnung ausgegeben: Frauen und Mädchen sind in den Flüchtlingscamps Ugandas zunehmend sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Ihre körperlichen und seelischen Traumata werden nicht behandelt. Patriarchale Ansichten verhindern Hilfe. Körperliche Gewalt von Familienangehörigen und Intimpartnern wird in vielen Fällen toleriert.

Die Konfliktpotentiale um Einkommen und Unterkunft in dem ständig wachsenden Flüchtlingscamp sind groß. In den letzten 5 Jahren ist Bevölkerung des Camps auf über 110.000 Menschen angestiegen. Die Organisation von Nahrung und  Wasserversorgung ist mangelhaft. Besonders alleinstehende Frauen werden bei der Verteilung von lebenswichtigen Gütern benachteiligt. Fälle wurden berichtet, in denen Frauen sich für Nahrungsmittelrationen prostituieren mussten.

Die EIRENE-Partnerorganisation ACFODE ist seit 2019 in dem Camp aktiv. Seit über 30 Jahren setzt sie sich für Frauen und Mädchen in Uganda ein. Ihre erfolgreichen Ansätze für Geschlechtergerechtigkeit und der Stärkung von Frauenrechte werden nun auch im Kyaka II Camp angewendet.


 

Das Modellpaar Asmane Kombe und Ushimimana Zakiya

Gemeinsam mit EIRENE wird jetzt ein bewährter Ansatz zur Stärkung von Frauenrechten und Gleichberechtigung im Flüchtlingscamp durchgeführt: Die Ausbildung von Modellpaaren.

Modellpaare sind Vorbilder. Sie zeigen wie das Zusammenleben zwischen Ehemann und Ehefrau sein soll: auf einer gesunden Basis gegenseitigen Respekts und frei von psychischer und physischer Gewalt.

Die Paare im Kyaga II Camp erhalten Trainings in gewaltfreier Konfliktlösung und praktische Hilfe für ihren Familienalltag. Zum Beispiel verwaltet das Modellpaar Ndagijimana jetzt gemeinsam die Haushaltskasse. Sie planen jetzt langfristig wodurch die wirtschaftlichen Grundlagen der Familie gestärkt wurden.

„Wir beziehen Männer und Jungen in unsere Arbeit zu Frauenrechten mit ein und erzielen damit eine höhere Akzeptanz im Flüchtlingscamp. So reduziert sich die Zahl der Gewalttaten gegenüber Frauen“ sagt die ACFODE-Mitarbeiterin Mahiirwe Kellen.

Damit die Modellpaare einen möglichst großen Einfluss auf die familiären Rollenbilder in ihren Gemeinschaften haben, werden bewusst Personen der Öffentlichkeit und Entscheidungsträger_innen angesprochen. „Als Pastorenpaar sehen wir es als unsere Pflicht an uns gegen sexuelle Gewalt stark zu machen,“ sagt Frau Mfitumukiza.

Händewascheinrichtung in der Itambabiniga Zone.

Die Corona-Pandemie hat auch vor Uganda nicht halt gemacht. Bis jetzt sind die Fallzahlen überschaubar, doch besonders für Geflüchtete ist die Situation brisant: Ein Ausbruch des Virus im Kyaka II Camp hätte aufgrund der schlechten gesundheitlichen Versorgung dramatische Folgen. EIRENE und ACFODE haben schnell auf die Situation reagiert:

  • Radiosendungen sensibiliseren die Geflüchteten über die Gefahren von Corona.
  • Plakate klären über Hygiene- und Abstandsregeln im Camp auf.
  • Mund-Nasen-Schutz ermöglichen, dass Trainings weiter stattfinden.
  • Flüssigseife und Desinfektionsmittel werden an Familien ausgegeben.
Beratungsgespräch in der "Friedenshütte"
  • 140 Geflüchtete bilden sich zu Modellpaaren aus. Sie gehen als gute Beispiele für Geschlechtergerechtigkeit voran.
  • Das Camp wird überwiegend von Männern verwaltet. Deshalb sensibilisierst ACFODE 160 Personen aus der Camp-Administration für Frauen- und Mädchenrechte mit Workshops. Entscheidungen werden jetzt mehr im Sinne von Frauen gefällt.
  • Eine „Friedenshütte“ dient Frauen und Mädchen als Rückzugsort (safe space). Dort können sie in Sicherheit mit ACFODE-Mitarbeiter_innen und Modellpaaren über ihre Gewalterfahrungen sprechen.
  • ACFODE-Radiosendungen klären im Camp über Frauen- und Mädchenrechte auf. Modellpaare kommen zu Wort und geben gute Beispiele für gleichberechtiges Zusammenleben.

Ihre Spende hilft geflüchteten Frauen in Uganda

  • Mit 36,50 Euro werden 50 Mund-Nasen-Schutz im Flüchtlingscamp Kyaka II verteilt.Trainings für Modellpaare und die Camp-Administration gehen so, trotz Corona, weiter.
  • Mit 80 Euro werden 40 Broschüren zu Frauen und Mädchenrechten gedruckt und im Camp verteilt.
  • 150 Euro ermöglichen eine Schulung für 10 Modellpaare. Sie verbreiten ihr Wissen über Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte im Kyaka II Camp.
  • 340 Euro decken die Mietkosten für die „Friedenshütte“ für zwei Monate. Sie ist der einzige Ort an dem Frauen über ihre Gewalterfahrungen sicher sprechen können.

Land/Region: Uganda, Kyaga II Camp
Finanzierung: BMZ, Eigenmittel des Partners, Spendenmittel EIRENE
Kurzbeschreibung: Prävention von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt (SGBV) in Flüchtlingslagern in Uganda
Lokaler Partner: Ugandische Nichtregierungsorganisation ACFODE (Action for Developement)
Ansprechpartnerin bei EIRENE: muhimpundu [at] eirene [dot] org (Augusta Muhimpundu )

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Uganda ist ein Land von großer sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt. Zusammen mit einer Partnerorganisation und deren großem nationalen Netzwerk verbessern wir die Situation ugandischer Frauen. Freiwillige arbeiten mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

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Gendergerechtigkeit

EIRENE lehnt als Organisation jede Form von Machtmissbrauch und Diskriminierung ab, sei es aufgrund von Gender, sexueller Orientierung, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Hautfarbe.

Gewaltfreie Konfliktbearbeitung

Konflikte sind ein normaler Teil menschlichen Zusammenlebens. Oft weisen sie hin auf Ungerechtigkeiten oder ungelöste Probleme. Konflikte können eskalieren.
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
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