Unterstützen Sie den Wiederaufbau in Nicaragua

Ausnahmesituation wegen der Hurrikans Eta und Iota

Im November wurde Nicaraguas Ostküste innerhalb von 14 Tagen zweimal von schweren Hurrikans heimgesucht. Eta und Iota haben zu verheerenden Überschwemmungen geführt, Häuser, Straßen und Felder in den betroffenen Gemeinden sind teilweise komplett zerstört. Behörden melden, dass über 20 Menschen ums Leben gekommen sind. Die Situation ist heute, auch in Anbetracht der Corona-Pandemie, äußerst angespannt.

CEJUDHCAN unterstützt die indigenen Gemeinden durch folgende Maßnahmen, damit die Menschenrechtsarbeit dort bald fortgeführt wird:

  • Verteilung von Notfallmedikamenten (Antibiotika, Schmerzmittel etc.)
  • Verteilung von Baumaterialien (Zinkplatten für abgedeckte Dächer, Hämmer, Schaufeln, Nägel, Zäune)
  • Verteilung von Saatgut (um Ernteausfällen entgegenzuwirken)

 Jetzt indigene Gemeinden beim Wiederaufbau mit einer Spende unterstützen.

Nicaragua: Landraub und Vertreibung stoppen - Indigene Gemeinden stärken

Seit den 1980er Jahren kam es an der Atlantikküste Nicaraguas immer wieder zu grausamer Gewalt. Die indigene Miskitu-Bevölkerung wird durch Siedler_innen (Colonos) bedroht, die sich ihrer Länder bemächtigen und Raubbau an der Natur betreiben. Wälder werden abgeholzt. Goldgräber verseuchen die Flüsse der Miskitu mit Quecksilber.

Ein starkes Netzwerk für Gewaltfreiheit

Das wirksamste Mittel gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner ist Solidarität und gute Organisation! So hat die EIRENE-Partnerorganisation CEJUDHCAN ein großes Netzwerk an Menschenrechtsverteidiger_innen entlang der Atlantikküste aufgebaut. Aktiv gehen sie gegen Straflosigkeit vor, begangene Verbrechen werden dokumentiert und einer internationalen Öffentlichkeit präsentiert. Mit Erfolg: 2016 hat der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte ein Urteil erlassen, dass den nicaraguanischen Staat verpflichtet die indigenen Gemeinden besser zu schützen.

Diese Verpflichtung wird bis heute nicht erfüllt. Die Stimmen der indigenen Bevölkerung werden im Dialogprozess noch nicht ausreichend gehört. So kann die Vermittlung zwischen den Siedler_innen, der Holzindustrie und den indigenen Gemeinden keinen  Erfolg haben. Die Arbeit von CEJUDHCAN ist daher gerade jetzt wichtig, denn immer wieder geschehen fürchterliche Verbrechen.

Rote Bereiche zeigen die Abholzung in Nicaragua ©Global Forest Watch

Gerüchten zu Folge profitieren mächtige Politiker_innen am Holzabbau der Siedler_innen mit. Deshalb werden indigene Familien nicht von Polizei und Justiz vor der Vertreibung geschützt. Fakt ist, dass Morde, Überfälle und Entführungen nicht aufgeklärt werden.

Die Entwicklungen der letzten Jahre verschlimmern die ohnehin schwierigen Lebensverhältnisse der Miskitu-Bevölkerung. Armut, Arbeitslosigkeit und geringe Bildungschancen bestimmen ihre Leben. EIRENE unterstützt CEJUDHCAN im Kampf für Menschenrechte durch Beratung und finanzielle Mittel.

Lottie Cunningham Wren, Präsidentin von CEJUDHCAN

Die Menschenrechtsverteidiger_innen schützen die Miskitu-Gemeinden, in dem sie ...

  • begangene Verbrechen der Siedler_innen fotografisch dokumentieren und Zeugenaussagen aufnehmen.
  • diese Beweise an nationale und internationale Gerichte und Behörden weiterleiten, um Strafverfolgung zu erreichen.
  • Betroffene von Gewalt und Vertreibung juristisch begleiten und psychosozial unterstützen.
  • Methoden der gewaltfreien Konfliktlösung lernen, anwenden und weitergeben.
  • an Trainings teilnehmen, um ihre persönliche und die Sicherheit ihrer Gemeinden zu erhöhen.
Carmen Sánchez in ihrem Hausgarten in der Gemeinde Saklin.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Hunger in den indigenen Dörfern, da die Siedler_innen die Zufahrtswege zu den Feldern der Dörfer gewaltsam blockierten. Die Miskitu-Familien konnten ihr Gemüse und ihre Früchte nicht ernten. Dank CEJUDHCAN legen sie jetzt Hausgärten in ihren Dörfern an. Zudem lernen sie, wie sie ihre Gärten ökologisch und nachhaltig bewirtschaften können. „Wir brauchen einen langen Atem im Streit mit den Siedler_innen,“ erklärt Carmen Sánchez aus der Gemeinde Saklin. „Die Hausgärten helfen uns zu überleben und so können wir uns weiter gegen die illegalen Eindringlinge wehren.“

Bitte helfen Sie Menschenrechtsverteidiger_innen mit einer Spende:

  • Mit 30 Euro decken Sie die Fahrtkosten und die Verpflegung für eine Person für einen Workshop zu gewaltfreier Konfliktlösung.
  • Mit 70 Euro ermöglichen Sie ein zweitägiges Sicherheitstraining für eine_n Menschenrechtsaktivist_in.
  • Mit 120 Euro werden 50 Frauen darin geschult nachhaltige Hausgärten anzulegen und erhalten Saatgut.
  • Mit 500 Euro leisten Sie einen großen Beitrag, um die Aktivist_innen von einem guatemaltekischen Sicherheitsexperten schulen zu lassen.

Land/Region: Nicaragua, Atlantikküste
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spendengelder EIRENE
Lokaler Partner: Nicaraguanische Nichtregierungsorganisation Centro por la Justicia y Derechos Humanos de la Costa Atlántica de Nicaragua (CEJUDHCAN)
Projektlaufzeit: 2019-2022
Ansprechperson bei EIRENE: Tahirou Sy, sy [at] eirene [dot] org

Spenden Sie jetzt für Friedensarbeit

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Die Präsidentin von CEJUDHCAN Lottie Cunningham Wren erhielt 2020 den Right Livelihood Award. Sehen Sie hier die Preisübergabe.

Menschen

Weltwärts mit EIRENE in Marokko – für unsere Tochter Thekla ein Jahr mit vielen Herausforderungen, vor allem aber mit Gewinn für ihre spätere berufliche Orientierung. In dem Projekt mit Geflüchteten wussten wir sie jederzeit gut aufgehoben und von den EIRENE-Fachkräften intensiv begleitet.
Tobias Schwab, Journalist
Heute ist es umso wichtiger, dass die ökumenische Friedensorganisation EIRENE das verkörpert, wofür die Friedensgöttin EIRENE 400 vor Christus stand: für einen Frieden als Basis von Wohlstand für alle; als Grundlage einer gerechten Gesellschaft; als Gegenmodell zu einer hochmilitarisierten Welt.
Wolfgang Kessler, 20 Jahre Chefredakteur von Publik-Forum, heute freier Publizist
EIRENE gibt jungen Menschen Gelegenheit - ich wähle Worte von Papst Franziskus - , "Beschützer und nicht Räuber der Welt zu werden, Schönheit zu säen..., zu erkennen, dass wir zutiefst mit allen Geschöpfen verbunden sind auf dem Weg in Gottes unendliches Licht".
Johannes Meier, Professor für Katholische Theologie
Nachdem unsere Tochter als EIRENE-Freiwillige in Uganda war, war es wunderschön im Jahr darauf eine junge Frau aus Uganda in unsere Familie aufzunehmen. Das war sehr bereichernd für unsere Familie. Denn gegenseitiges Verständnis braucht Begegnungen!
Christiane Bals, Lehrerin
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