Finanzielle Mittel für EZ und humanitäre Hilfen müssen erhöht werden

Hamburg, 27. September 2025

 Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag aufgefordert, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit und für humanitäre Hilfen
entsprechend des dringenden Bedarfs zu erhöhen, statt sie abzusenken. In einer Resolution, die die AGDF Mitgliederversammlung in Hamburg verabschiedet hat, kritisiert der Friedensverband, dass die
Regierungskoalition mit dem Bundeshaushalt 2025 und dem Entwurf für 2026 den eigenen Ansprüchen,
globale Verantwortung wahrzunehmen und die internationale Zusammenarbeit zu fördern, nicht gerecht
werde.


Konkret fordert der Friedensverband, dass im Bundeshaushalt mindestens 2,5 Milliarden Euro für humanitäre
Hilfe sowie mindestens 11,2 Milliarden Euro für die Entwicklungszusammenarbeit eingeplant werden.
Daneben sollten mindestens 0,2 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die ärmsten Länder, vor allem
durch mehr Mittel für landwirtschaftliche Entwicklung und Ernährungssicherung sowie mindestens sieben
Milliarden Euro für internationale Klimafinanzierung vorgesehen werden. Außerdem spricht sich die AGDF
dafür aus, die Mittel zur Förderung zivilgesellschaftlicher Arbeit auf dem Niveau von 2024 zu belassen und
mindestens 100 Millionen Euro für gendertransformative, intersektionale und postkoloniale feministische
Vorhaben in den Haushalt einzustellen.


In ihrer Resolution weist die AGDF darauf hin, dass sich der Haushalt des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bereits in den vergangenen Jahren von 13,8 Milliarden Euro
2022 auf 11,2 Milliarden Euro 2024 verringert habe und nun weitere Einschnitte auf 10,3 Milliarden 2025 sowie
auf 9,3 Milliarden Euro 2026 vorgesehen seien. Parallel würden auch die Mittel für Humanitäre Hilfe beim
Auswärtigen Amt von mehr als drei Milliarden Euro 2022 auf rund eine Milliarde Euro ab 2026 sinken. Das
würde bedeuten, dass der Anteil der Mittel für Entwicklungsleistungen, die von Geberländern an
Entwicklungsländer zur Förderung von Wirtschaft und sozialer Entwicklung (ODA-Mittel) am
Bruttonationaleinkommen statt der zugesagten 0,7 Prozent auf 0,4 Prozent sinken würde. „Die
Haushaltsentwürfe stellen damit eine Zäsur in der deutschen Politik dar“, kritisiert die AGDF.


Betroffen davon seien beispielsweise die Beiträge an die Vereinten Nationen und andere internationale
Einrichtungen, die multilaterale Finanzierung weltweiten Umwelt- und Klimaschutzes, aber auch die zivile
Unterstützung der Ukraine. Ganz erheblich betroffen von den geplanten Kürzungen seien zudem Programme,
mit denen die Arbeit deutscher Nichtregierungsorganisationen, darunter auch AGDF-Mitglieder, im globalen
Süden gefördert werde. Dazu gehören Programme zum Kampf gegen Hunger, Armut sowie für Bildung und
Menschenrechte oder für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts, mit dem jährlich rund 3000
Freiwilligen aus Deutschland und Ländern des globalen Südens interkulturelle Lernerfahrungen und die
Auseinandersetzung mit den globalen Herausforderungen ermöglicht würden. Daneben würden im Rahmen
des Zivilen Friedensdienstes derzeit 380 Fachkräfte Menschen vor Ort in ihrem Engagement für
Gewaltprävention, zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung in rund 45 Ländern unterstützt. All diese
Programme seien laut AGDF von den Haushaltskürzungen betroffen.


„Opfer dieser Sparpolitik sind zunächst die Menschen im globalen Süden, insbesondere die Benachteiligten,
aber auch die Nichtregierungsorganisationen, die sich vor Ort oder international für Gerechtigkeit, eine
Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und für demokratische Partizipation einsetzen“, heißt es in der
AGDF-Resolution.