Radiodebatten, um Schweigen zu brechen
Das Pressezentrum Maison de la Presse in Burundi organisiert Radiodebatten zu heiklen und Taboo-Themen in Burundi und in der DR Kongo. Vertreter_innen der Regierung und zivilgesellschaftlicher Gruppen, Betroffene und Experten tauschen sich aus, moderiert durch extra dafür geschulte Journalist_innen. In zugeschalteten Hörer_innenzentren kann die Bevölkerung aktiv teilnehmen. Investigative Reportagen führen in das jeweilige Thema ein.
Während der zweistündigen Radiodebatten werden Problemen benannt und Konflikte analysiert. Lösungsvorschläge werden gemeinsam erarbeitet und Versöhnungsprozesse gefördert. Die Debatten werden live ausgestrahlt.
Die Radiodebatten in der DR Kongo werden zudem von einer Theatergruppe begleitet, die am Ende der Sendung Kernpunkte der Debatte in einem Sketch darstellt.
Die Medien in Burundi konzentrieren sich auf die Hauptstadt Bujumbura, in der kongolesischen Provinz Südkivu liegt der Fokus auf der Provinzhauptstadt Bukavu. Ländliche Gegenden werden oftmals vernachlässigt. Die meisten Radiodebatten finden deshalb gezielt in abgelegenen Regionen statt.
"Frauenpower live auf Sendung" - Fati Amadou organisiert Radiodebatten in Niger, um die Rechte der Frauen zu stärken
Themenbeispiele:
- Gewalt zwischen politischen Jugendverbänden im Vorfeld der Wahlen 2020
- Reintegration von rückkehrenden Geflüchteten
- Diskriminierung der Batwa-Minderheit in Burundi
- Nahrungsmittelknappheit und ihre Folgen
- Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit
- Jugendgewalt durch politische Manipulation
- Selbstjustiz und ihre Folgen
- Militärpräsenz in Goldminen
- Zusammenleben zwischen Geflüchteten und der Lokalbevölkerung