Friedensjournalismus konkret

Frieden geht auf Sendung

Es herrscht Redebedarf in Burundi! Um dem Frieden eine Stimme zugeben, wurde eine neue Methode entwickelt: Mediations-Radiokonferenzen. In ihr kommen alle Vertreter_innen der Gesellschaft zu Wort und Konflikte werden konstruktiv geregelt.

Ein neues Medienformat in einer angespannten Region

Die EIRENE-Partnerorganisationen MPB und AFJO haben ein interaktives Medienformat entwickelt, das konstruktiven Dialog unter Konfliktparteien fördert: die Mediations-Radiokonferenz. Es handelt sich bei diesem Format um zweistündige Sendungen zu einem Thema, in denen sich jede und jeder der 20 bis 30 eingeladenen Gäste zu Wort melden kann. Die Debatten werden in Kirundi abgehalten, der Nationalsprache von Burundi, und können live im burundischen Radio Isanganiro verfolgt werden. Dabei wird ein_e Expert_in eingeladen, die einen zehnminütigen Fachbeitrag leistet. Themen sind meist Frauenrechte und die Verhinderung von sexualisierter Gewalt, es werden aber auch Sendungen produziert, die sich den Themen Landkonflikte und Gewaltfreiheit widmen. In den Mediations-Radiokonferenzen sind unterschiedliche Meinungen kein Problem. Letztendlich müssen die Höher*innen für sich eine eigene Meinung bilden. „Ich finde diesen Ansatz genial, da niemand die Veranstaltung manipulieren kann. Unsere Journalisten und Journalistinnen sind geschult worden, diesbezügliche Versuche im Keim zu ersticken", betont Francine Ndihokubwayo, Präsidentin des Journalistinnenverbandes AFJO.

Sich gegenseitig den Rücken stärken – Journalistinnen aus Burundi und DR Kongo teilen ihre Erfahrungen

Netzwerke von Friedensjournalist*innen

EIRENE unterstützt Journalist*innen und Medienschaffende aus Burundi und der DR Kongo, sich über Landesgrenzen hinaus zu vernetzen. Auf Tagungen und Workshops treffen sie Gleichgesinnte und schmieden Allianzen für Meinungsfreiheit und konfliktsensiblen Journalismus. Denn viele der Herausforderungen in der Region sind grenzübergreifend, zum Beispiel Flucht und Migration oder die Auswirkungen der Klimakrise.

Eine EIRENE-Fachkraft unterstützt das Maison de la Presse und AFJO bei der Ausbildung von Journalist_innen.

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Land/Region: Burundi/ Große Seen

Finanzierung: Ziviler Friedensdienst, aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Projektdauer: 2021-2028

Lokaler Partner: Maison de la Presse Burundi (MPB), Association burundaise des Femmes Journalistes (AFJO)

Ansprechpartnerin: Augusta Muhimpundu, muhimpundu [at] eirene [dot] org (muhimpundu[at]eirene[dot]org)

Menschen

Albert Nimbnoman Nagreogo

Albert arbeitet beim Maison de la Presse du Burundi und der AFJO. Er unterstütze die Ausbildung von Journalist*innen in der konfliktsensiblen Berichterstattung. 

Länder

Burundi

Wie kann das politisch tief gespaltene Land Burundi Frieden und Entwicklung erringen? Unsere Partner und Fachkräfte engagieren sich für Gewaltfreiheit, Geschlechtergerechtigkeit und konfliktsensible Medienberichterstattung. Seit 2016 arbeiten wir an Räumen für religiöses Friedensengagement.