Klimaschonende Kleinprojekte mit konkretem, schnellem Nutzen

Samira Koné ist erleichtert und glücklich. Um die gleiche Menge an Getreide und Gemüse zu kochen braucht sie nur noch halb so viele Holzscheite. Sie nutzt jetzt einen Banco-Herd, der viel effektiver das Essen erwärmt. Mit diesen lehmummantelten Kochstellen sparen Frauen in Burkina Faso nicht nur Brennholz und schützen damit wertvolle Baumbestände, sie haben jetzt auch mehr Zeit, um sich um ihre Kinder und Feldarbeiten zu kümmern. Denn die Wege für das Sammeln von Brennholz sind in den letzten Jahren immer weiter und mühevoller geworden.

Stolz ist Samira auch, weil sie den Herd zusammen mit anderen Frauen selbst herstellt hat. Die Technik dazu hat sie über eine Selbsthilfeinitiative gelernt, die aus dem EIRENE-Klimasolidaritätsfonds bezuschusst wurde. Gelernt haben die Frauen auch, was die Klimakrise bedeutet und wie sich Bäune positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirken. 

Selbsthilfe fördern - mit dem Klimasolidaritätsfonds von EIRENE

EIRENE hat vor 2 Jahren einen Klimasolidaritätsfonds ins Leben gerufen. Darüber werden schnell und unbürokratisch klimaschonende Kleinprojekte unterstützt, derzeit in Burkina Faso und in Burundi. 

Kleinprojekte, die bisher erfolgreich umgesetzt sind:

  • Baumschulen, über die Familien Baumsetzlinge erhalten, die sie auf ihre Felder pflanzen können,
  • Brennholzsparende Kochherde,
  • Gräben, die bei Starkregen den fruchtbaren Oberboden zurückhalten,
  • Das Wissen im Umgang mit der Klimakrise wird in den Schulunterricht integriert.

Die Ideen kommen den Gemeinden selbst. EIRENE stellt die Zuschüsse zur Verfügung und begleitet die Menschen. Ein Gemeindegremium prüft die Machbarkeit und den Nutzen für die Gemeinschaft. 

Großer Bedarf und Nachfrage!

Die Erfolge sprechen sich in den Gemeinden herum. Die Menschen sehen, wie sich Ernten verbessern und Ideen fruchten. Aber längst können nicht alle guten Ideen gefördert werden. 

Mach mit und zeige dich solidarisch mit Menschen, die am meisten unter den Folgen der Klimakrise leiden. Denn die Folgen des globalen Temperaturanstiegs wie Dürren oder Überschwemmungen treffen primär Menschen im Globalen Süden. Verursacht wird die Klimakrise hingegen vornehmlich durch die Wirtschafts- und Lebensweise der Menschen im Globalen Norden.

Mit 140 Euro erhält eine Gruppe von Frauen das Material und eine Anleitung, um Brennholz sparende Kochstellen herzustellen.

Auf einen Blick: Gute Ernten trotz Klimakrise

Land/Region: Burkina Faso und Burundi
bisher erreichte Menschen: Burkina Faso: rund 1500, Burundi: 140
Projektdauer: 2025 bis 2028
Finanzierung: Eigenmittel EIRENE
Ansprechpartnerin bei EIRENE: Franziska Mönnich, moennich [at] eirene [dot] org (moennich[at]eirene[dot]org)

"Wir bekommen so viele innovative Anfragen. Gerne würden wir mehr Kleinprojekte bezuschussen, damit hier im Sahel mehr Menschen gegen die Folgen der Klimakrise vorsorgen können."

Boniface Cissé – EIRENE-Koordinator für Burkina Faso, Niger und Mali

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Mit EIRENE für Klimagerechtigkeit

EIRENE intensiviert die Arbeit zu Klimagerechtigkeit:

  • Klimaresiliente Landwirtschaft & Ernährungssicherheit: Unterstützung von Initiativen und Partnerorganisationen im Globalen Süden, um in innovativen Wegen der Klimakrise zu begegnen
  • Lobbyarbeit und soziale Bewegungen: EIRENE steht Klimaaktivist*innen im Globalen Norden und Globalen Süden zur Seite und stärkt sie in ihren Anliegen
  • Schaffung eines Klimasolidaritätsfond (KSF): Es wurde ein Fond gegründet, um schnelle und unbürokratische Unterstützung im Kampf gegen die Klimakrise zu leisten. Er kann gezielt und einfach lokalen Initiativen Gelder zur Verfügung stellen, um die oben genannten Ziele zu verfolgen.

Was ist Klimagerechtigkeit?

Klimakrise – Gerechtigkeitskonflikt mit kolonialem Ursprung

Was ist das Wichtigste beim Klimaschutz? Gerechtigkeit! Das findet Jonas Laur, ehemaliger EIRENE-Freiwilliger und heute ehrenamtlich bei EIRENE engagiert. Für ihn ist das entscheidende Bild nicht der Eisbär, dem die Scholle wegschmilzt, sondern die Tatsache, dass Menschen in den ärmsten Ländern der Welt am stärksten unter den Folgen der Klimakrise leiden, wenngleich sie aktuell und vor allem historisch am wenigsten für Umweltzerstörung verantwortlich sind.

Wie sieht der Friedensdienst von morgen aus?

#BlackLivesMatter und #FridaysforFuture haben den Protest gegen Rassismus und gegen die fortschreitende Klimakrise in den letzten Jahren salonfähig gemacht. Menschen bei EIRENE haben sich schon vor über 60 Jahren mit den Themen Rassismus und der Bewahrung unserer einen Welt auseinandergesetzt. Wie können also die aktuellen Proteste mit der EIRENE-Tradition in Verbindung gebracht werden? 

Für einen Internationalen Klimadienst

Der Klimawandel, die nachhaltige Entwicklung und der internationale Frieden sind in den letzten Jahren die Hauptanliegen der internationalen Gemeinschaft geworden. Der Fokus darauf wie die Auswirkungen der Klimakrise, wie z.B. Wasserknappheit, Wüstenwachstum und die daraus folgende Ernährungsunsicherheit, zu der Eskalation von gewaltsamen Konflikten beitragen und damit den Frieden gefährden, muss stärker in die Öffentlichkeit gerückt werden.